Umzug

Radstation in Bonn zieht in Neubau

Bonn. Die Radstation zieht am Dienstag und Mittwoch in die Räume im Neubau an der Quantiusstraße. Dort ist Platz für 550 Räder.

Der penetrante Geruch nach Gummi macht sich überall breit. Man hat schon Besseres gerochen. „Wirklich? Ist es so unangenehm?“, fragt Bettina Kunze. „Ich merke das schon gar nicht mehr.“ Beste Voraussetzungen für ihren Job. Denn als Leiterin der Caritas-Radstation hinter dem Bonner Hauptbahnhof gehört dieser Duft zu ihrem Arbeitsalltag.

Gleich bündelweise wurden an diesem Vormittag neue Reifen in verschiedenen Größen angeliefert. „Hier richten wir gerade unsere neue Werkstatt ein. Groß, hell und mit einem separaten Eingang“, strahlt sie. In der Radstation der Caritas können Zweiräder nicht nur sicher und witterungsgeschützt abgestellt werden. Zum Angebot gehören auch Reparatur und Codierung sowie die Vermietung von Leihrädern. „Bei uns gibt es Tandems, E-Bikes und Fahrradanhänger“, erläutert sie das Angebot. „Für jeden Anspruch ist etwas dabei.“

Der Arbeitstag von Bettina Kunze ist derzeit mehr als stressig. Die Container, die jahrelang als provisorische Unterkunft dienten, müssen leergeräumt werden. Nur wenige Meter weiter bezieht die Radstation ihr neues Domizil. Fahrräder, Zubehör, Werkzeug und Maschinen werden seit zwei Tagen aus der alten Garage aus- und in die neue Station eingeräumt. Übergangslösungen gehören endlich der Vergangenheit an, im Neubau des Studentenwohnheims in der Quantiusstraße 31 hat die Station ab sofort eine moderne Anlaufstelle. Auf einer Gesamtfläche von 756 Quadratmetern gibt es Platz für 550 Drahtesel.

Chipkarte für Dauerparker

Während der üblichen Öffnungszeiten ist das Kassenhäuschen am Eingang besetzt. „Dauerparker“ haben allerdings rund um die Uhr Zugang. Sie erhalten eine Chipkarte, mit der sie nicht nur in das Gebäude, sondern auch zu den Abstellplätzen kommen. Um das Raumangebot optimal auszunutzen, „parken“ die Räder jetzt in zwei Etagen. „Die Handhabung ist ebenfalls sehr komfortabel“, erklärt Bettina Kunze. Denn bei der Planung wurde Wert darauf gelegt, dass der Abstand zwischen den Abstellplätzen so groß ist, dass jeder Radler ohne fremde Hilfe sein Zweirad bequem aus der Verankerung nehmen kann.

Bestens ausgestattet ist zudem die Werkstatt, in der drei Zweiradmechaniker Reparaturen anbieten. „Bei größeren Arbeiten ist eine Terminabsprache sinnvoll“, argumentiert die Leiterin. „Wenn aber jemand feststellt, dass er gerade einen platten Reifen hat, dann kann er natürlich auch unangemeldet vorbeikommen“, versichert die Leiterin der Station. „Hier bekommt jeder garantiert schnelle und qualifizierte Hilfe.“

Beschäftigung für arbeitslose Jugendliche

Sehr beliebt – bei Bonnern ebenso wie bei Touristen – ist das Angebot, ein Fahrrad für einen Ausflug zu leihen. „An schönen Wochenenden ist meist unsere gesamte Flotte unterwegs“, sagt Bettina Kunze. Daher empfiehlt sie Interessenten frühzeitig etwas Passendes zu reservieren.

Neben den festangestellten Mitarbeitern bietet die Radstation der Caritas 24 arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren Qualifizierungsmaßnahmen sowie Vorbereitungsangebote für den Arbeits- und Ausbildungsmarkt. „Hier können sie sich ausprobieren. Denn sie arbeiten sowohl im technischen Bereich, als auch in der Organisation und Verwaltung mit. Viele wissen nach ihrem Praktikum bei uns, in welche Richtung sie sich beruflich entwickeln wollen“, erklärt Kunze. Derzeit ist sie aber vor allem froh, dass die Jugendlichen stark und kräftig sind. Denn: „So ein Umzug erledigt sich nicht einfach so nebenbei.“

Die Cosimo Invest Group mit Sitz in Duisburg hat das Gebäude am Hauptbahnhof mit Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss und 234 Studentenappartements errichtet. Der Investor liegt in den letzten Zügen der Bauarbeiten. Der Einzug der ersten Mieter ist in den nächsten Monaten geplant.