Weitere Verzögerungen

Römerstraße in Bonn wird zur Endlos-Baustelle

Nur in eine Richtung geht es auf der Römerstraße, nämlich stadtauswärts. Archäologische Funde verzögern die Fertigstellung.

Nur in eine Richtung geht es auf der Römerstraße, nämlich stadtauswärts. Archäologische Funde verzögern die Fertigstellung.

Bonn. Seit sieben Jahren wird an der Römerstraße gebaut. Vor Weihnachten sollte der Fußweg eigentlich fertig sein. Doch daraus wird nichts. Und auch der Schlusstermin im März scheint fraglich.

Wer an der Römerstraße wohnt, muss wohl auch noch an Weihnachten mit nassen und dreckigen Füßen rechnen. Wie das städtische Tiefbauamt mitteilt, verzögert sich die Fertigstellung des Gehweges. Diesen Teil der Baumaßnahme, die sich aus verschiedenen Gründen immer wieder verlängert hatte, hatte man eigentlich bis zu den Weihnachtsfeiertagen abschließen wollen. Letztendlich wird wohl auch der finale Termin im März kaum eingehalten werden können.

Seit sechs Jahren ist die Römerstraße im Bonner Norden nun eine Baustelle. Drei Jahre, von 2011 bis 2014, war zunächst der Abschnitt nördlich des Augustusrings dran. Zwar waren dort die Kanalbauarbeiten beendet, längst aber nicht die Fahrbahn erneuert. Schließlich folgte, in ähnlichem Tempo, das gleiche Spiel auf der anderen Straßenseite in Richtung Beethovenhalle.

Letzter Bauabschnitt wegen archäologischer Funde verschoben

Dieser letzte Bauabschnitt hätte schon im Mai dieses Jahres starten sollen, wurde aber durch die archäologischen Funde unter der Straße verschoben. „Wir haben bereits bei den vorangegangen Kanalbauarbeiten zunächst durch archäologische Untersuchungen, aber auch durch die Bodenbeschaffenheiten Bauzeit verloren“, sagt Stefanie Zießnitz vom Bonner Presseamt.

Zahlreiche Fundstücke aus der Römerzeit, darunter Gebäudeteile, Kanäle und sogar Skelette, mussten bei aufwendigen Ausgrabungen gesichert werden. „Zudem hat sich herausgestellt, dass es Probleme mit der Höhenlage der Leitungen gibt“, erklärt Zießnitz. Sie befinden sich schlichtweg nicht immer dort, wo sie laut den Plänen sein sollten. In einer Stellungnahme der Stadt für die Bezirksvertretung Bonn heißt es, dass die Tiefbauarbeiten „sehr kleinteilig“ seien.

Es hängt an den der Witterung

Dadurch entstehe der Eindruck, dass es nur schleppend vorangehe. Aktuell wird der Gehweg von Höhe der Straße Wachsbleiche nach Norden hin ausgebaut, dafür setzt die von der Stadt Bonn beauftragte Firma mehr Personal ein. „Aber es zeichnet sich ab, dass die Gehwege nicht auf ganzer Länge fertig werden“, sagt Zießnitz. Die Bereiche, die bis Weihnachten noch nicht ausgebaut sind, lasse das Tiefbauamt allerdings so herrichten, dass sie „weitestgehend ohne Beeinträchtigung nutzbar“ seien.

Ob es gelingt, die verlorene Zeit zu kompensieren, ist fraglich. „Es hängt auch ein wenig davon ab, wie sich die Witterungsbedingungen in den nächsten Wochen darstellen.“ Bei Minusgraden könne kein Asphalt für die neue Straße aufgebracht werden. Schlimmstenfalls wird die Baustelle auch nach dem derzeit avisierten Abschlusstermin im März nicht fertig werden, sondern ein paar Wochen länger brauchen.

Bis dahin wird die Römerstraße einspurig bleiben. Und die Kölnstraße zum Nadelöhr für Autofahrer, die von Norden kommend in die Innenstadt fahren. Besonders jetzt, in der Vorweihnachtszeit, fließt der Verkehr in dieser Richtung äußerst zäh.