Prozess vor Bonner Landgericht

Räuber überfällt drei Mal dieselbe Apotheke

Der angeklagte Apothekenräuber mit zwei Wachmännern im Gerichtssaal.

Der angeklagte Apothekenräuber mit zwei Wachmännern im Gerichtssaal.

Bonn. Ein 29-Jähriger wurde 2010 nach Überfällen auf Apotheken zu sechs Jahren Haft verurteilt. Nun muss er sich erneut vor Gericht verantworten - wieder wegen Überfällen.

Der Mann auf der Anklagebank kann es nicht lassen: Obwohl er bereits 2010 wegen mehrerer Überfälle auf Apotheken sechs Jahre Freiheitsstrafe kassiert hatte, beging er ab Ende 2015 nach vorzeitiger Haftentlassung auf Bewährung wieder Überfälle in Serie. Und wieder waren seine Ziele vor allem Apotheken in Bonn, eine suchte er gleich drei Mal heim. Vor dem Bonner Landgericht hat der der drogenabhängige 29-Jährige nun die Überfallserie gestanden.

Neun Taten wirft ihm die Anklage vor, zwischen dem 25. Dezember 2015 und 11. November 2016 soll er nicht nur fünf Mal Apotheken ausgeraubt, sondern auch drei Sonnenstudios und einen Secondhandladen überfallen haben. Während er die Überfälle auf die Apotheken und die Sonnenstudios zugibt, bestreitet er die Raubtat im Secondhandgeschäft.

Es war immer dieselbe Masche: Mit einer Sturmhaube über dem Kopf und einem Messer in der Hand bedrohte er die Menschen in den Geschäften und forderte Geld. Am ersten Weihnachtstag 2015 betrat er eine Notdienst-Apotheke in der Weststadt, hielt der Apothekerin das Messer vor, nahm sich aus der Kasse 1000 Euro und verschwand. Mit derselben Masche erbeutete er am 29. Februar 2016 in einem Bonner Sonnenstudio 400 Euro.

Am 15. März suchte er erstmals die Apotheke im Musikerviertel heim. Er bedrohte die Apothekerin und eine Angestellte und forderte: „Kasse auf und Geld her!“ Mit 450 Euro aus der Kasse flüchtete er. Und kam am 4. Oktober zum zweiten Mal. Diesmal schickte er die beiden Frauen in den hinteren Raum, bevor er sich 250 Euro aus der Kasse nahm.

Den Überfall am 31. Oktober aber will er nicht verübt haben: Da betrat ein Mann mit Sturmhaube und Messer den Secondhandladen in der Südstadt und forderte Geld. Sein 73-jähriges Opfer griff hinter sich, um nach dem dort deponierten Pfefferspray zu greifen, bekam jedoch nur eine Packung Brausetabletten zu fassen, die sie dem Räuber entgegenhielt. „Das führte jedoch erwartungsgemäß nicht zum Erfolg“, so Staatsanwalt Sebastian Buß. Erst als eine Kundin dazukam und den Mann anschrie, lief der ohne Beute davon.

Nur eine Stunde später betrat der Angeklagte zum dritten Mal die Apotheke im Musikerviertel. Die Apothekerin sagte nur zu ihrer Kollegin: „Er ist es.“ Der Angeklagte erbeutete 150 Euro – und wurde erkannt: Auf den Bildern einer inzwischen installierten Videokamera ist zu sehen, wie er sich eine Weile vor dem Geschäft herumdrückt, bevor er sich maskiert und hineinkommt. Bevor er gefasst wird und am 9. Dezember in U-Haft landet, überfällt er eine weitere Apotheke in der Südstadt und zwei Sonnenstudios, eine davon in Meckenheim. Gesamtbeute: 3500 Euro. Nun droht ihm erneut lange Haft: Die Mindeststrafe für bewaffneten Raub beträgt fünf Jahre.