Haus der Bildung

Projekt soll 3,5 Millionen Euro teurer werden

Die Politiker befürchten, dass das Haus der Bildung am Bottlerplatz am Ende noch zum Millionengrab wird.

BONN. Die Baukosten für das Haus der Bildung am Bottlerplatz, in dem Volkshochschule und Stadtbibliothek unter einem Dach vereint werden sollen, sind nach GA-Informationen schon wieder kräftig gestiegen.

Die Rede ist von 3,5 Millionen Euro. Damit bewegt sich das Projekt, das ursprünglich einmal nicht mehr als elf Millionen Euro kosten sollte und zuletzt vom Städtischen Gebäudemanagement Bonn (SGB) auf 21,4 Millionen Euro beziffert wurde, nunmehr auf 25 Millionen Euro zu. Erst vor einem Jahr hatte das SGB eine Baukostensteigerung von 1,4 Millionen Euro eingeräumt.

Hintergrund für die neuerliche Kostensteigerung sind massive Probleme auf der Baustelle, die auch zu einem erheblichen Zeitverzug geführt haben. Wie berichtet, mussten deshalb der für Anfang des Jahres geplante Umzug der Volkshochschule und die für Frühjahr vorgesehene Eröffnung der Stadtbibliothek erneut verschoben werden.

Ob damit das Ende der Fahnenstange erreicht ist? Im Rathaus gehen einige Politiker, die tieferen Einblick in das Projekt haben, hinter vorgehaltener Hand davon aus, dass die Kostensteigerung am Ende sogar bei acht bis zehn Millionen Euro liegen und das Projekt dann an die 30 Millionen Euro verschlungen haben werde. Das weist die Stadt auf Nachfrage weit von sich. Die Höhe der Kostensteigerung sei derzeit nicht bezifferbar, erklärte Stadtsprecherin Monika Hörig, sie werde aber sicher nicht die 30 Millionen Euro erreichen: "Den Ursprung dieser Behauptung können wir uns nicht erklären."

Im SGB-Betriebsausschuss am Dienstag hatte die kommissarische SGB-Leiterin Marion Duisberg auf kritische Nachfragen der Politiker zum Haus der Bildung erklärt, es läge eine "ungeprüfte Kostenrechnung" der Architekten vor, die das SGB zurzeit auswerte. Deshalb seien noch keine Angaben möglich. Den von ihr kürzlich im Zusammenhang mit den Baustellenproblemen versprochenen aktualisierten Bauzeitenplan ließ sie erst nach ausdrücklicher Aufforderung der Politiker aus ihrem Büro in den Sitzungssaal holen. Demnach soll das Haus der Bildung im Juli öffnen.

Dieter Schaper (SPD) zeigte sich in der Sitzung über die Kostenentwicklung des Projekts "sehr verärgert" und erklärte, er vermisse insgesamt eine klare Gesamtstrategie beim SGB. In die gleiche Kerbe schlug Tom Schmidt (Grüne). "Wenn wir wieder eine Kostensteigerung in Millionenhöhe haben, werden wir eine Sondersitzung beantragen", kündigte er an. "Ich will nicht immer auf den SGB-Leuten herumhacken", meinte er, "aber wie sollen wir verantwortliche Entscheidungen treffen, wenn dort offensichtlich keine vernünftige Projektleitung stattfindet?" Georg Fenninger (CDU) sprach gar von einem "Desaster".

Einig sind sich die Politiker, dass die seit zwei Jahren vakante SGB-Leitungsstelle dringend neu besetzt werden müsse. Wie berichtet, sind bisher drei Bewerber kurzfristig wieder abgesprungen. Jetzt wird überlegt, die Stelle höher als geplant zu dotieren, um mehr Anreize zu schaffen.