Einzigartiges Projekt in Bonn gestartet

Pro familia bietet Unterstützung beim Vaterwerden an

Rainer Opitz ist neuer Mitarbeiter bei Pro familia. Der medizinische Fachberater übernimmt die aufsuchende Gesundheitsförderung bei Männern.

Rainer Opitz ist neuer Mitarbeiter bei Pro familia. Der medizinische Fachberater übernimmt die aufsuchende Gesundheitsförderung bei Männern.

BONN. Bei Hausbesuchen stellte Pro familia fest, dass auch bei Männern ein hoher Beratungsbedarf besteht. Rainer Opitz ist nun Fachberater für Männergesundheit bei Pro familia. Das Bonner Gesundheitsamt finanziert die Vollzeitstelle für zwei Jahre.

Seit Jahrzehnten sind Präventions- und Gesundheitsförderung ein Schwerpunkt der Beratungsstelle Pro familia. Im Bereich der Schwangerschafts- und Konfliktberatung sind Hebammen von Pro familia im Einsatz, um Hausbesuche durchzuführen. Bei diesen Hausbesuchen stellte Pro familia fest, dass auch bei Männern ein hoher Beratungsbedarf besteht.

Der Zugang zu Gesundheitsthemen unterscheidet sich bei Männern stark von dem bei Frauen. „Männer warten länger, bis sie einen Arzt oder eine Beratungsstelle aufsuchen, sind sich aber oft unsicher, was ihre eigene Gesundheit, aber auch die Erziehung und das körperliche Wohl ihrer Kinder angeht. Da möchten wir mehr Aufklärung betreiben“, sagt Bernd Niemann, stellvertretender Leiter der Pro familia-Beratungsstelle. Am 1. April hat Rainer Opitz seine Arbeit als Fachberater für Männergesundheit bei Pro familia Bonn aufgenommen. Der medizinische Fachberater bietet niedrigschwellige Beratung zu allen Themen der Männergesundheit an.

Schwerpunkt in der Beratung von Migranten

„Wir möchten zielgerichtet Wege suchen, um erwachsene, in Bonn lebende Männer anzusprechen“, sagt Opitz. Da der Zugang zu den Männern über die Frauen am einfachsten ist, begleitet er Hebammen zu den von ihnen betreuten Familien. Die Gesprächsthemen mit den werdenden Vätern können von Sport und Ernährung über den Umgang mit chronischen Erkrankungen und Themen der Sexualität bis hin zu Fragen rund ums Vatersein, den Kontakt zum Kind und Familiengesundheit reichen. „Je nachdem, wie gut Männer mit sich selbst umgehen, entwickeln sie ein besseres Verhältnis zu ihren Kindern“, sagt Niemann. „Es geht darum, individuelle Lösungen für Probleme zu finden“, erklärt Opitz.

Da der 44-Jährige, der sowohl reichlich Erfahrungen im Bereich der Krankenpflege, als auch als medizinischer Berater in der Kundenberatung einer Krankenkasse gesammelt hat, sehr gut vernetzt ist, kann er gegebenenfalls an die jeweilige Fachstelle weitervermitteln. Individuelle Beratungen bietet Opitz Einzelpersonen und Gruppen sowohl bei Klienten zu Hause, in der Pro familia-Beratungsstelle oder in einer sozialen Einrichtung an. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der Beratung von Migranten, die beispielsweise beim Besuch von Deutschkursen erreicht werden könnten. Das Beratungsangebot ist aber offen jedermann: „Alle erwachsenen, in Bonn lebenden Männer haben die Möglichkeit, das kostenlose Angebot in Anspruch zu nehmen“, sagt Opitz.

Die für Pro familia NRW bisher einzigartige, zunächst auf zwei Jahre angelegte, Vollzeit-Beratungsstelle wird durch das Gesundheitsamt der Stadt Bonn finanziert. Zu den weiteren Plänen zählt die Gründung einer Vätergruppe im Familienzentrum Tannenbusch. Auch hier sollen dann Fragen rund um die Gesundheit des Mannes sowie Fragen rund um die Erziehung des Kindes thematisiert werden.

Termine für Gruppen- und Einzelberatungen können bei der Pro familia Beratungsstelle, Kölnstraße 96, vereinbart werden. Kontakt per E-Mail bonn@profamilia.de oder unter 0228/3 38 00 00.