Sanierungsvariante für 56 bis 70 Millionen Euro befürwortet

Pro Beethovenhalle denkt über Spendenaktion nach

BONN. Der Verein Pro Beethovenhalle unterstützt den Ratsbeschluss, die Planungen für eine millionenschwere Sanierung des Gebäudes voranzutreiben. Die Halle sollte so bald wie möglich denkmalgerecht instand gesetzt und modernisiert werden, erklärte Vorstandsmitglied Udo Mainzer gestern auf einer Pressekonferenz des seit 2010 bestehenden Vereins. "Die Beethovenhalle ist ein baukünstlerisches und historisches Baudenkmal von nationalem Rang", betonte der ehemalige Landeskonservator. Sie sei ein "anschauliches Dokument der Rolle Bonns als ehemalige Bundeshauptstadt".

Mainzer machte deutlich, welche der drei Sanierungsvarianten, die von der Stadtverwaltung geprüft worden waren, der Verein bevorzugt: Variante 2a für 56 bis 70 Millionen Euro. Dabei würde die Beethovenhalle als Mehrzweckhalle saniert, modernisiert und ausgebaut. Auch eine akustische Verbesserung der Bühnenanlage wäre enthalten. Der Rat hat Planungsmittel von zwei Millionen Euro bewilligt; eine Entscheidung, welche Maßnahmen wirklich umgesetzt werden, ist damit noch nicht gefallen.

Variante 1, die laut Verwaltung nur die nötigsten Maßnahmen umfasst, würde demnach 31 bis 40 Millionen Euro kosten. Variante 2b, die Luxusversion mit Umbau zum tiefergelegten Konzertsaal, soll mit 69 bis 90 Millionen Euro zu Buche schlagen - das wollen aber weder Verwaltung noch Rat. Mainzer bezweifelt ohnehin, dass die baulichen Eingriffe dieser Variante mit dem Denkmalschutz vereinbar wären. Über "vernünftige, denkmalgerechte Innovationen" könne man dagegen immer reden.

Der frühere Landeskonservator warf der Stadt vor, über Jahrzehnte ihre Pflicht vernachlässigt zu haben, die 1959 eingeweihte Halle in Schuss zu halten - obwohl das NRW-Denkmalschutzgesetz neben der sinnvollen Nutzung auch Erhaltung und Pflege denkmalen vorschreibt. Bei den aktuellen Planungen hätten Stadtverwaltung und externe Büros jedoch solide gearbeitet und die Denkmalschützer von Beginn an vorbildlich eingebunden.

Mit Blick auf das Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 forderte der Verein, alle nötigen Schritte zügig umzusetzen. Die endgültige Ratsentscheidung - vor allem zur akustischen Ertüchtigung - wird allerdings auch davon abhängen, ob das Festspielhaus verwirklicht wird. Zu diesem Projekt hält sich der Verein bedeckt. Mainzer betonte nur, dass man sich nicht gegen ein neues Beethoven-Konzerthaus positionieren wolle. Auf die Frage, ob für die Sanierung der Beethovenhalle Spenden gesammelt werden sollen, entgegnete Mainzer: "Das ist ein kluger Gedanke." Der Verein werde darüber diskutieren, wie man zum Wohl der Beethovenhalle beitragen könne. bau

Der 70 Mitglieder starke Verein hat seinen Vorstand neu gewählt: Vorsitzender ist Reinhard Rösler, Stellvertreterin Gisela Mengelberg, Geschäftsführer Hans Hinterkeuser, Schatzmeister Elmar Vogelsberg. Beisitzer: Brigitte Kühnert, Udo Mainzer, Günther Montag, Marcus Mrass