Eröffnung am 13. August

Primark in Bonn erwartet Ansturm zur Eröffnung

Bonn. Die Textilkette Primark rechnet im Bonner Maximiliancenter mit 25.000 Kunden pro Woche. Die Eröffnung des Ladens findet am 13. August statt. Rund 180 Mitarbeiter werden dort tätig sein.

Hinter den mit Plakaten zugeklebten Schaufenstern des Textil-Discounters Primark im Maximiliancenter am Hauptbahnhof tut sich etwas: Handwerker sind dabei, die Ladeneinrichtung einzubauen. Eröffnung ist für Dienstag, 13. August, um 11 Uhr geplant. Es ist der 30. Primark-Laden, den das in Irland gegründete internationale Unternehmen in Deutschland eröffnet.

Wolfgang Krogmann ist Geschäftsführer von Primark Deutschland und Österreich und mit der Neueröffnung beschäftigt. 3716 Quadratmeter Verkaufsfläche stehen auf drei Etagen in dem Neubau zur Verfügung. Krogmann rechnet damit, dass zur Eröffnung nicht nur viele Kunden vor der Tür stehen werden, sondern – wie so oft bei Primark-Premieren – auch Demonstranten. Das sehe er aber gelassen, sagte er dem GA. Er sei für alle Fragen offen.

Primark wegen Arbeitsbedingungen in der Kritik

Das Unternehmen Primark steht seit Jahren wegen der Arbeitsbedingungen der Näherinnen in Fabriken unter anderem in Sri Lanka und Bangladesch in der Kritik. Kritiker halten Primark außerdem vor, mit seiner Billigpreispolitik – so kostet ein T-Shirt um 2,50 Euro – Wegwerfware zu produzieren. Krogmann hält dagegen: „Unsere Artikel sind keine Wegwerfware. Wir wollen, dass sich auch Menschen mit geringem Einkommen modisch kleiden können.“

Zur Kritik an den Arbeitsbedingungen in den Nähfabriken weist der Geschäftsführer darauf hin, dass die Fabriken nicht Primark gehörten. Das Unternehmen sei aber seit Jahren aktiv daran beteiligt, die Bedingungen in diesen Fabriken zu verbessern. So sei Primark der Detox-Kampagne von Greenpeace beigetreten mit dem Ziel, künftig auf bestimmte Chemikalien bei der Textilherstellung zu verzichten.

Primark weist Verantwortung von sich

Primark beschäftige zudem rund 110 Mitarbeiter in den wichtigsten Beschaffungsländern, die die Fabriken kontrollierten, damit die vorgeschriebenen Standards wie angemessene Arbeitszeit und faire Bezahlung eingehalten würden. „Wir gucken uns an, woher die Firma ihre Ware bezieht, nehmen auch Einfluss auf ihre Beschaffungsquellen.“ Sollten Lieferanten schwerwiegende Fehler nicht abstellen, nachdem man gemeinsam mit ihnen nach einer Lösung gesucht habe, trenne sich Primark von dem Unternehmen. Wie oft das schon passiert ist, wollte Krogmann nicht sagen.

Im Bonner Geschäft werden rund 180 Mitarbeiter tätig sein. 20 Prozent seien in Vollzeit angestellt, 60 bis 70 Prozent seien Teilzeitkräfte, die übrigen Mitarbeiter würden über Minijobs beschäftigt. Sie würden vor allem samstags, wenn erfahrungsgemäß im Geschäft sehr viel los sei, eingesetzt. Das Warensortiment beinhaltet neben Textilien, Schuhen und Accessoires auch Artikel für den Wohnbedarf und Kosmetik. Ein weiterer Erfahrungswert: Das Unternehmen rechnet mit rund 25 000 Besuchern pro Woche im neuen Primark.

Läden im Untergeschoss schon geöffnet

Der Textiler nutzt die oberirdischen Etagen des Maximiliancenters weitgehend allein. Lediglich an der Ecke im Erdgeschoss zur Maximilianstraße ist die Bäckerei Merzenich eingezogen. Auch soll ein kleiner Bereich in Richtung Busbahnhof einem anderen Mieter, voraussichtlich einem Kioskbetreiber, zur Verfügung stehen, sagte Moritz Tank vom Projektentwickler Ten Brinke, der das Gebäude errichtet hat.

Im Untergeschoss, wo bereits die meisten Läden in der neuen, hell gestalteten Passage eröffnet haben, geht es geschäftig zu. Passanten finden dort neben dm-Markt, Rewe und einer Apotheke eine kleine „Fressmeile“ vor. „Wir hoffen, dass nun auch die anderen Eigentümer in der Umgebung und auch die Stadt Bonn zeitnah ebenfalls für Verbesserungen ihrer Immobilien sorgen“, sagte Tank.