Redoute Preise für Krebsforscher

Preisverleihung der Krebshilfe in Bonn

Professorin Dr. Dolores J. Schendel, Professor Dr. Heribert Jürgens und Dr. Adrienne Riethmüller, die den Preis für ihren erkrankten Vater Professor Dr. Gert Riethmüller entgegennahm.

Professorin Dr. Dolores J. Schendel, Professor Dr. Heribert Jürgens und Dr. Adrienne Riethmüller, die den Preis für ihren erkrankten Vater Professor Dr. Gert Riethmüller entgegennahm.

Bad Godesberg. Fritz Pleitgen verleiht in der Redoute Preise an herausragende Krebsforscher: Die Auszeichnungen gehen an die Professoren Gert Riethmüller, Dolores J. Schendel und Heribert Jürgens.

„Krebs ist nicht immer nur ein schweres und nachdenklich stimmendes Thema“, sagte Gerd Nettekoven, der Vorsitzende der Stiftung Deutsche Krebshilfe, in seiner Begrüßung der etwa 150 am Montag zur Verleihung des Deutschen Krebshilfe Preises erschienenen Gäste in der Godesberger Redoute. Mehr und mehr gebe es auch Erfreuliches zu berichten.

Im Rahmen eines Festakts wurden die drei mit jeweils 15 000 Euro dotierten Preise durch Fritz Pleitgen, den Präsidenten der in Bonn ansässigen Krebshilfe, an die beiden Wissenschaftler Gert Riethmüller und Dolores J. Schendel für ihre richtungsweisenden Arbeiten auf dem Gebiet der Immuntherapie und an Heribert Jürgens für seine großen Verdienste in der pädiatrischen Onkologie vergeben. Bevor es zur Würdigung der Preisträger durch die Laudatoren Christine Falk, Thomas Blankenstein und Angelika Eggert kam, fasste Nettekoven die für die Krebshilfe erfolgreichen beiden vergangenen Jahre zusammen und gab einen kurzen Ausblick.

122 Millionen Euro Spenden

Die Spendenbereitschaft der Bevölkerung sei auch im vergangenen Jahr ungebrochen gewesen. Mit 122 Millionen Euro aus Spenden, Erbschaften und Vermächtnissen sei auch das Ganzjahresergebnis der Vorjahre übertroffen worden. Vor allem sei es aber ein Zeichen dafür, so der Vorsitzende der Stiftung, dass die Arbeit der Deutschen Krebshilfe in der Bevölkerung wahrgenommen werde. Mit dem der Stiftung zur Verfügung stehenden Geld habe man erneut wichtige Akzente in der Krebsforschung und vielen weiteren Projekten setzen können.

Mit einem Positionspapier zur Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses und einem gleichzeitig aufgelegten besonderen Förderprogramm habe die Stiftung die Gesundheits- und Wissenschaftspolitik „mehr als nur auf die von uns gesehenen Defizite in der Nachwuchsförderung hingewiesen“. Für die Zukunft befänden sich zehn neue Förderprogramme in Umsetzung oder Vorbereitung. „Krebs wird immer mehr zu einer chronischen Erkrankung“, so Nettekoven. Die Stiftung werde sich in Zukunft verstärkt mit Problemen wie „Krebs und Armut“ auseinandersetzen.

Fritz Pleitgen, der die Preise an die Professoren Schendel und Jürgens sowie an Adrienne Riethmüller, die in Vertretung ihres erkrankten Vaters den Preis entgegennahm, stellte erfreut fest, dass sich eine „Bürgerbewegung gegen die Volkskrankheit Krebs“ stark gemacht habe. „Es wird ja immer wieder davon gesprochen, dass wir uns mehr und mehr zu einer Ellbogengesellschaft entwickeln, dass wir mehr und mehr nationalistisch werden und die Beschwerden der anderen nicht mehr sehen“, sagte Pleitgen und kam zu dem Ergebnis, dass sich diese Einstellungen nicht mit seinen Beobachtungen decken würden. Im Gegenteil: „Wir erleben eigentlich täglich, dass wir von einer großen Solidarität der Bevölkerung getragen werden.“