500 neue Eichen

Post-Mitarbeiter pflanzen Bäume im Kottenforst

Unter fachkundiger Anleitung pflanzen die Mitarbeiter der Deutschen Post im Kottenforst junge Eichen, die durch Wuchshüllen vor Wildverbiss geschützt sind.

Unter fachkundiger Anleitung pflanzen die Mitarbeiter der Deutschen Post im Kottenforst junge Eichen, die durch Wuchshüllen vor Wildverbiss geschützt sind.

Kottenforst. Post-Mitarbeiter haben im Kottenforst im Rahmen des Umweltschutzprogramms GoGreen 500 Eichen gepflanzt. Da passt ein Signal aus Brüssel: Die EU hat das Projekt „Villewälder“ verlängert.

Die Plastikrohre, die im Kottenforst in der Nähe des Forsthauses Venne aus dem Boden ragen, sind nicht unbedingt etwas fürs Auge – das weiß auch Klaus Striepen, Leiter des europäischen Life+Naturschutzprojektes „Villewälder – Wald und Wasserwelten“. Aber sie sind nötig: In diesen Wuchshüllen wachsen junge Eichenbäume heran, geschützt vor Wildverbiss und Überwucherung. Diese Woche kamen rund 500 neue dazu, gepflanzt von Mitarbeitern der Deutsche Post DHL Group.

Das Unternehmen war schon im letzten Jahr mit dieser Idee an das Regionalforstamt von Wald und Holz NRW herangetreten und hatte etliche Eichen gepflanzt, in diesem Jahr wurde diese Kooperation fortgesetzt. Für die Mitarbeiter eine nette Abwechslung, zumal es in diesem Jahr trocken blieb. Und dabei könne sie auch etwas für die Arbeit in ihrem eigenen Stück Mischwald lernen, sagte Heike Lense.

Die Deutsche Post DHL Group macht das im Rahmen ihres Umweltschutzprogramms GoGreen, das neben dem Ziel, alle logistikbezogenen Emissionen bis 2050 auf null zu reduzieren, auch die Pflanzung von jährlich einer Million Bäume vorsieht. Insgesamt 80 Mitarbeiter waren über drei Tage verteilt im Einsatz. In kleinen Gruppen setzten sie immer fünf Eichen auf engem Raum. „Wir gehen davon aus, dass eine übrig bleibt“, so Striepen. Wenn man auf diese Weise 500 Bäumchen auf einem Hektar Wald pflanzt, hätte man in 30 bis 40 Jahren demnach immer noch 100 stattliche Eichen dort. Andere Baumarten würden von alleine kommen.

„Die Eiche erscheint in Zeiten des Klimawandels geeignet“, erklärte der Fachmann. Ihre Wurzeln wachsen tief in die Erde und können dort auch in trockenen Sommern wie diesem Wasserreserven anzapfen. Zudem kommt dieser Baum gut mit dem kottenforst-typischen tonreichen Stauwasserboden zurecht. Gepflanzt wurde zwischen Kiefern, die zuvor durchforstet wurden, um den jungen Eichen mehr Licht zu verschaffen. Viele dieser Bäume waren vom Borkenkäfer befallen – eine Folge des heißen und trockenen Sommers. Einige Freiflächen waren laut Striepen auch durch Stürme im Frühjahr entstanden.

Das Life+Projekt dient zum Schutz der Eichenwälder im Kottenforst und in der Ville. Das EU-Förderprogramm sollte eigentlich Mitte 2019 auslaufen, wurde aber um 18 Monate verlängert, da die Stürme und die Hitzewelle in diesem Jahr den Zeitplan für die Umsetzung von Projektmaßnahmen durcheinander gebracht hatten. Dank der gewonnenen Zeit können nun sogar noch zusätzliche Maßnahmen in Angriff genommen werden. So wird in den kommenden beiden Jahren die Population der seltenen Geburtshelferkröte im Kottenforst gefördert. Weiterhin wird die Öffentlichkeitsarbeit intensiviert. Ein Informationsfilm sowie eine Smartphone-App werden ab 2019 über die besondere ökologische Bedeutung der Eichenwälder informieren.