Pro-NRW-Wahlkampfveranstaltung

Polizei will Einschränkungen für Passanten verhindern

Protest mit Kochlöffeln: Diesen Frauen stößt der Pro-NRW-Wahlkampf auf.

15.05.2014 BONN. Reichlich Lärm hat am Donnerstagmittag die nahende Kommunalwahl auf dem Klufterplatz in Friesdorf produziert. Mit Kochtöpfen, Holzlöffeln und Trommeln protestierten zwei Dutzend Bürger und Kommunalpolitiker aus den Reihen der etablierten Parteien gegen einen Pro-NRW-Informationsstand, dessen Lautsprecher die Geräuschkulisse deutlich ausdehnte.

Beobachtet wurde die ausschließlich akustische Auseinandersetzung von einem Dutzend Polizisten. Nach zwei Stunden verlief sich die Menge auf dem Klufterplatz, dann zogen die vier Pro-NRW-Vertreter mit ihrem Infostand auf den Theaterplatz um, wo es keine Protestaktionen gab.

Mit solchen ist hingegen wieder am morgigen Samstag auf dem Bonner Friedensplatz zu rechnen, wo Pro NRW am Mittag ebenfalls eine Wahlkampfkundgebung mit 25 bis 50 Personen plant. Diese akustisch zu stören, hat sich das Bündnis "Bonn stellt sich quer" zum Ziel gesetzt, das bei der Polizei auf dem Friedensplatz parallel eine "Gegenveranstaltung des bürgerlichen Protests" angemeldet hat. Die Organisatoren rechnen mit 200 bis 300 Teilnehmern.

Die Polizei geht von einem friedlichen Verlauf aus und sieht sich gut gerüstet. Allerdings könne es zu kurzfristigen Beeinträchtigungen für Passanten und Geschäftsleute kommen. So empfiehlt die Polizei, für den Lade- und Lieferverkehr mehr Zeit für etwaige kleinere Umwege einzuplanen. Die Geschäfte und Restaurants auf dem Friedensplatz sind wie gewohnt geöffnet. Für den Straßenverkehr und den Verkehr von Bussen und Taxen auf dem Friedensplatz erwartet die Polizei kleinere Einschränkungen. Es gebe keinen Grund, auf den samstäglichen Einkaufsbummel zu verzichten.

Auch die politischen Kontrahenten bekunden im Vorfeld der Konfrontation ihre Friedfertigkeit. Man stehe für Meinungsfreiheit, hieß es am Rande der gestrigen Veranstaltungen seitens Pro NRW; das "friedliche Miteinander in unserer Stadt" sei nicht nur Motto, sondern auch Programm der Gegenveranstaltung, versicherte Mani Stenner, Organisator von "Bonn stellt sich quer". Explizit distanzierte sich Stenner auch von einem offenbar aus der linksautonomen Szene stammenden Videofilm, der seit einigen Tagen im Internet kursiert und in dem mit Blick auf die Veranstaltung am Samstag in Bonn offen zur Gewalt gegen Pro NRW und gegen Polizisten aufgerufen wird. Stenner: "Das Video und sein Inhalt haben mit unserem Bündnis nichts zu tun. Unser Aktionskonzept bleibt wie immer lautstark und friedlich." Für ratsuchende Bonner hat die Polizei unter der Telefonnummer 02 28/15 30 30 ein Bürgertelefon eingerichtet. (fa)