Passangelegenheiten in Bonn

Polizei erneut zum afghanischen Konsulat gerufen

Viele Fahrzeuge der Polizei reihten sich vor einigen Tagen in der Hubertusstraße auf.

(Archivbild)

Ückesdorf. In den vergangenen Wochen herrschte im afghanischen Generalkonsulat in Bonn-Ückesdorf hoher Andrang. Grund dafür waren Passangelegenheiten. Die Polizei sicherte das Gebäude ab.

Mit mehreren Streifenwagen und Beamten hat die Bonner Polizei am Mittwochmorgen das afghanische Konsulat in Ückesdorf abgesichert. Dort hatten sich etwa 50 Afghanen versammelt, die wegen Passangelegenheiten in das Gebäude wollten. „Wir haben für Ordnung gesorgt, die Lage blieb aber friedlich“, sagt Polizeisprecher Simon Rott. Bereits Anfang Januar gab es eine ähnliche Situation.

Der Grund dafür ist das Terminsystem des Konsulats, wie der afghanische Generalkonsul in Bonn, Sayed Niamatullah Sayer erklärt. „Wir können nur Personen den Zutritt erlauben, die einen Termin vereinbart haben.“ Das sei nicht passiert, weshalb die Menge vor der Gebäude aufgebracht gewesen sei. Zudem ist der Zaun derzeit defekt, weshalb das Gelände auch von Unbefugten leichter betreten werden kann.

Warum es gerade jetzt zu solchen Menschenansammlungen kommt, darüber kann auch der Generalkonsul nur mutmaßen. „Wir glauben, dass es damit zusammenhängt, dass die deutschen Behörden zum Jahresende von den Afghanen Dokumente anfordern“, sagt Sayer. Viele hätten daraufhin die Weihnachtsferien genutzt, um die Papiere in Bonn zu beantragen. Diese Situation habe sich nun grundsätzlich entspannt, aber immer noch gebe es Tage mit großem, unangekündigten Besucherandrang. „Interessanterweise passiert das immer montags, mittwochs und donnerstags.“ Sayer geht davon aus, dass diese Ansammlungen in den nächsten Tagen weniger würden, weil man die strikte Terminvergabe einhalte. „Erfahrungsgemäß spricht es sich in den Gemeinden herum, dass man über unsere Internetseite einen Termin machen muss.“

Die afghanische Regierung unterhält neben dem Konsulat in Bonn auch eines in München und die Botschaft in Berlin. Laut Sayed Niamatullah Sayer wolle man auch in Zukunft am Standort in Ückesdorf festhalten. „Er liegt sehr zentral und ist ein wichtiger Anlaufpunkt für die rund 265.000 Afghanen in Deutschland.“ In Ückesdorf ist man unter anderem für die Einwohner in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen zuständig.