Umzug des Pantheons

Politiker genehmigen Zuschuss von 1,6 Millionen Euro

Blick in die Halle Beuel, in die das Pantheon einziehen soll.

Blick in die Halle Beuel, in die das Pantheon einziehen soll.

Bonn. Der Umzug des Pantheons in die Halle Beuel Anfang November ist besiegelt: Die Kultur- und Finanzpolitiker des Stadtrates haben am Freitag auf einer Sondersitzung mit breiter Mehrheit gegen die Stimmen des Bürger Bunds Bonn (BBB) dem Projekt grünes Licht erteilt.

In öffentlicher Sitzung beschlossen die Politiker, dass die Stadt Bonn der Pantheon GmbH einen Investitionskostenzuschuss in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro für den Umbau der zurzeit noch vom Theater Bonn genutzten Halle zur Verfügung stellen soll. Der Zuschuss soll in Raten von rund 63.000 Euro pro Jahr plus zusätzlicher Sondertilgungen binnen 20 Jahre abgezahlt sein. Gedeckt wird die Zuschusssumme aus einem Topf, der ursprünglich für die baureife Bereitstellung eines Grundstücks für das Festspielhaus gedacht war. Desweiteren leistet die GmbH einen eigenen Investitionsbeitrag in Höhe von rund 400.000 Euro, zudem bürgt Pantheon-Chef Rainer Pause privat mit rund 500.000 Euro.

Das hat offensichtlich dem Projekt zunächst eher kritisch eingestellte Politiker, wie Markus Schuck (CDU), überzeugt. „Das war für mich ausschlaggebend“, sagte er und lobte die Verwaltung für diesen nun „gangbaren Weg“. Auch die Vertreter anderer Fraktionen lobten die Verwaltung für diese Lösung, die nach „einem langen Ritt“ (Bärbel Richter, SPD) jetzt spruchreif ist.

Schuck konnte sich indes die Bemerkung nicht verkneifen, dass damit „ein neuer Maßstab im Umgang mit den freien Kulturträgern gesetzt wurde, der hoffentlich auch in Zukunft in ähnlichen Fällen gilt“. An die Bereitstellung der Halle Beuel hat Generalintendant Bernhard Helmich die Zusage der Stadt geknüpft, dass die Kammerspiele Bad Godesberg als Spielstätte des Theater Bonns über 2018 hinaus erhalten bleiben.

In nichtöffentlicher Sitzung votierte die Mehrheit zudem für die Vereinbarung eines Mietvertrags mi dem Pantheon: Danach muss das Theater die derzeit auf rund 140.000 Euro geschätzten Betriebskosten sowie 20.000 der insgesamt von einem Gutachten auf 150.000 Euro festgesetzten Jahresmiete übernehmen. Die restlichen 130.000 Euro werden nach Angaben von Stadtkämmerer Ludger Sander intern verrechnet. Der Stadt Bonn entstünden durch die Lösung keine zusätzliche Kosten, versicherte er. „Hier handelt es sich auch erstmals um nicht verlorene Zuschüsse, sie werden schließlich zurückgezahlt“, sagte Sander und verwies darauf, dass die Halle Beuel sich im Besitz der Stadt Bonn befindet.

Das Pantheon muss, wie berichtet, seine bisherige Spielstätte im Bonn Center offiziell zum 30. Juni räumen. Der Investor plant den Abriss des Bürokomplexes und einen Neubau. Allerdings darf das Theater noch bis Mitte Juli die Räume für sein alljährliches „Varietéspektakel“ nutzen, freute sich Martina Steimer, künstlerische Leiterin des Pantheons.