Grünflächenkonzept

Pflegeaufwand wird reduziert

Der Hofgarten in Bonn gehört zu den Anlagen, die weiterhin mehrmals jährlich gepflegt werden.

Bonn. Parks, Spielplätze, Uferpromenaden - auf jeden Bonner kommen in der Stadt rund 150 Quadratmeter kommunaler Grünfläche. Damit liegt Bonn im Vergleich der 23 kreisfreien Städte in NRW über dem Durchschnitt.

Um die Pflege dieser Flächen neu zu regeln, hat der Stadtrat am Donnerstag das neue Grünflächenkonzept beschlossen. Es löst die Fassung aus dem Jahr 1998 ab.

"Bonn gilt als grüne Stadt", sagte Umweltdezernent Rüdiger Wagner gestern bei einem Pressetermin zur Vorstellung des Konzepts. "Das ist ein wichtiger weicher Standortfaktor, weshalb die Menschen sich hier wohlfühlen. Aber damit es schön ist, müssen die Anlagen auch gepflegt werden."

Genau darin liegt ein Problem: Denn die personellen Ressourcen für die Grünpflege sind laut Wagner durch den Personalabbau immer knapper geworden. Derzeit sind 170 Mitarbeiter in der Grünpflege beschäftigt. Würden alle Grünflächen mit dem optimalen gärtnerischen Aufwand gepflegt, "hätten wir aber 120 zusätzliche Leute gebraucht", sagte Wagner. "Das ist aber nicht realistisch."

Deshalb habe die Verwaltung geschaut, wie sie mit dem vorhandenen Personal das bestmögliche Ergebnis erzielen könne, sagte Dieter Fuchs, Leiter des Amts für Stadtgrün. Dafür hat ein Team alle 2621 Anlagen in der Stadt angeschaut, ihren Zustand beschrieben und festgelegt, in welchem Umfang sie künftig gepflegt werden sollen.

"Es wird nach dem neuen Konzept keine Verschlechterung draußen zu sehen sein, aber auch keine wesentliche Verbesserung", so Fuchs. Ziel ist vor allem, die Pflege neu zu organisieren und transparenter zu gestalten. Auch mit dem neuen Grünflächenkonzept fehlten zwar immer noch 15 bis 17 Mitarbeiter, damit könne die Stadt aber leben, so Fuchs.

Grundsätzlich werden die Grünflächen nun in vier Kategorien eingeteilt. Von Anlagen mit repräsentativem Charakter wie etwa der Rheinaue oder dem Hofgarten in Klasse A, die sehr häufig gepflegt werden, über die Kategorien B (Anlagen von regionaler Bedeutung) und C (Grünflächen mit geringem Pflegeaufwand) bis hin zur Gruppe D, die nur noch bei Bedarf gepflegt werden soll.

Dazu zählen beispielsweise Lärmschutzwälle. "Wir sind alle Pflegestufen durchgegangen und haben geschaut, wo wir sehr intensive Nutzungsarten wie Rosen reduzieren können", sagte Fuchs. Dabei wurden 58 Flächen auf- und 635 Flächen abgewertet. Außerdem sollen 72 Anlagen aufgegeben werden, sobald Alternativen vorliegen.

Sie machen eine Fläche von rund 40.000 Quadratmetern aus. Die größte der Flächen, um die sich die Stadt künftig nicht mehr kümmern möchte, ist eine Grünanlage am Ende der Karl-Duwe-Straße gegenüber dem Bahnhof Oberkassel mit 5214 Quadratmetern. Dahinter folgen Grünanlagen in Buschdorf (Im Dahl, 2632 Quadratmeter), an der Herseler Straße in Graurheindorf (2481 Quadratmeter) und in Dransdorf (Kleine Straße, 2047 Quadratmeter).

Die meisten sind jedoch kleine Restflächen, die laut Stadt keine gestalterische oder ökologische Funktion haben. Um diese könnten sich künftig weitere Grünpaten kümmern. Mehr als 700 von ihnen gibt es in der Stadt bereits. Auf Vorschlag des Amts für Stadtgrün können die Flächen auch verkauft oder verpachtet werden.

Wer Grünpate werden möchte, kann sich per E-Mail an die Stadt Bonn wenden. Die Adresse lautet: urban-gardening@bonn.de