Wahl des Oberbürgermeisters

Peter Ruhenstroth-Bauer will für die SPD ins Rennen gehen

"Ich bin gefragt
worden, und habe
mich sehr darüber gefreut."
Kandidat der SPD
Peter Ruhenstroth-Bauer

"Ich bin gefragt worden, und habe mich sehr darüber gefreut." sagte der Kandidat der SPD, Peter Ruhenstroth-Bauer

BONN. Ein neuer Interessent für den Bonner OB-Posten ist aufs Kandidatenkarussell aufgesprungen: Peter Ruhenstroth-Bauer will sich für die SPD um das oberste Amt der Stadt bewerben.

Seine Bereitschaft zur Kandidatur rief selbst in der Bonner SPD-Spitze Überraschung hervor.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Bernhard von Grünberg brachte ihn ins Spiel, indem er sich in einem Brief, der dem GA vorliegt, an die parteiinterne Findungskommission wendet. Darin empfiehlt er den 58-jährigen Bad Godesberger für den OB-Posten.

"Ich habe eine überzeugende Persönlichkeit für die OB-Wahl gefunden, die bereit ist zu kandidieren und unserer Partei, der Kommunalpolitik in Bonn insgesamt, vor allem aber unserer Stadt guttun wird", wirbt von Grünberg für den Rechtsanwalt und Kommunikationsberater Ruhenstroth-Bauer.

Seit 2006 berate dieser in Bonn und Berlin Mandanten aus dem Bereich der Zivilgesellschaft, öffentlicher Verwaltung und Politik. Der studierte Jurist und Politikwissenschaftler war davor unter anderem als Staatssekretär im Bundesfamilienministerium unter Renate Schmidt tätig und wird von seinem Mentor von Grünberg als "erfahrener Verwaltungsmann" gepriesen.

"Ich bin gefragt worden, habe mich sehr darüber gefreut, weil das ja bedeutet, dass man mir das Amt zutraut", sagte Ruhenstroth-Bauer gestern dem GA. Dann habe er sich mit seiner Frau beraten, nachgedacht und sich zur Kandidatur bereiterklärt. Näher wollte er sich gestern allerdings noch nicht zu seinen Motiven äußern; die wolle er zunächst in den geplanten Vorstellungsrunden seinen Parteifreunden erläutern.

Überrascht von der Nachricht zeigte sich am Donnerstag der Bonner SPD-Unterbezirksvorsitzende Ernesto Harder. "Dieser Brief liegt uns nicht vor", sagte er auf Anfrage. Dennoch versicherte Harder: "Alle, die Interesse haben, werden gleich behandelt." Auf die Frage, ob er auch zum Kreis der SPD-Bewerber zählt, gab der Parteichef, wie er selbst einräumte, seine derzeitige Standardantwort: "Ich kann mir das gut vorstellen, will mich aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht dazu äußern."

Als die Bonner Genossen 2008 nach einem Nachfolger für Bärbel Dieckmann suchten, hatte Harder schon einmal den Finger gehoben. Damals galt er allerdings für Kritiker in der eigenen Partei mit 30 Jahren als zu jung. Er verzichtete am Ende zugunsten von Jürgen Nimptsch.

Auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Bärbel Richter verwies gestern auf die achtköpfige Findungskommission, an deren verabredete Vorgehensweise sie sich halte. "Wir haben damit beim letzten Mal gute Erfahrungen gemacht." Bei der Kommission könnten sich Bewerber melden oder würden von dieser angesprochen. Die Kandidaten sollen sich ab Ende Januar in den vier Stadtbezirken vorstellen, bevor die SPD am 28. Februar ihren Kandidaten kürt. Bis dahin, so Richter, werde sie sich zu keinem Bewerber öffentlich äußern.

Zur Person

Peter Ruhenstroth-Bauer, geboren am 30. Mai 1956 in Bonn, hat nach dem Abitur Rechts- und Politikwissenschaften in Bonn studiert. Der verheiratete Vater von vier Söhnen arbeitete als Hörfunkjournalist, bevor er in die Landesvertretung Saarland wechselte. Im Dienste der Bundesregierung fungierte er als Vize im Bundespresseamt, später als Staatssekretär im Bundesfamilienministerium. Der 58-Jährige lebt in Bad Godesberg und Berlin.