Günstige Wohnungen in Bonn

Parkplatz in Tannenbusch soll Wohnheim werden

Die Parkplätze und die Tiefgarage des Studentenwohnheims in der Hirschberger Straße in Tannenbusch werden kaum genutzt.

Die Parkplätze und die Tiefgarage des Studentenwohnheims in der Hirschberger Straße in Tannenbusch werden kaum genutzt.

Bonn. Die Bonner SPD schlägt als Baugrundstücke für neuen Studentenwohnheime Parkplätze in Tannenbusch und Auerberg vor. Sie werden selten genutzt.

Bezahlbare Wohnungen in Bonn sind knapp. Davon können auch Studenten und Auszubildende ein Lied singen. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels müsste gerade die Wirtschaft ein großes Interesse haben, für diese Zielgruppen mehr Wohnraum bereitzustellen, meint die Bonner SPD. Dabei denkt sie unter anderem an Partnerschaftsmodelle, bei denen Kommunen wie die Stadt Bonn oder die des Rhein-Sieg-Kreises an nahe von Schienenstrecken gelegenen Standorten Grundstücke bereitstellen und Versorgungswerke der Wirtschaft, wie das der Handwerkskammer, darauf Wohnheime errichten.

„Das ergibt für die Versorgungswerke eine sichere, wenn auch niedrige Rendite, die sich in Zeiten von Mini-Zinsen trotzdem rechnet“, ist der Bonner Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber überzeugt. Mit dem SPD-Sozialexperten Peter Kox und der Tannenbuscher Stadtverordneten Golalei Mamozei präsentierte Kelber am Mittwoch verschiedene Vorschläge, wie in Bonn und der Region schnell und unbürokratisch preiswerter Wohnraum für junge Menschen in der Ausbildung oder im Studium geschaffen werden könnte. Die Vorschläge sollen in Antragsform gegossen und anschließend in den Ratsgremien und den Gremien der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Vebowag diskutiert werden.

"Stellplätze sind meistens leer"

Die Vebowag will die SPD nämlich mit dem Bonner Studierendenwerk zusammenbringen, um sozusagen in Kooperation auf Grundstücken des Studierendenwerkes zusätzliche Wohnungen zu errichten. Im Blick haben die drei Mandatsträger dabei die Parkplätze und -garagen der Wohnheime in Tannenbusch und Auerberg an der Hirschberger Straße und an der Pariser Straße. Sie werden, so hat Mamozei beobachtet, so gut wie nie genutzt. „Die Stellplätze sind meistens leer“, sagte sie, die Zufahrten seien inzwischen von Unkraut überwuchert. Kelber: „Da könnte man Wohnungen im dreistelligen Bereich bauen.“

Die Idee: Das Studierendenwerk überlässt die Grundstücke der Vebowag zu einem geringen Pachtzins. Die Vebowag baut die Wohnungen, die anschließend das Studierendenwerk verwaltet und sie sowohl Studierende als auch Azubis zur Verfügung stellt. Dank der novellierten Landesbauordnung, durch die künftig die Kommunen allein entscheiden können, ob sie bei Neubauten überhaupt einen Stellplatzschlüssel vorgeben oder darauf ganz verzichten wollen, sei die Umsetzung dieser Idee zügig möglich.

„Wir haben bereits mit beiden Seiten gesprochen. Dort kann man sich ein solches Modell durchaus vorstellen“, sagte Kelber. In Auerberg könnte in dem Neubau zudem, das von den Bürgern lang gewünschte Ortsteilzentrum Platz finden.