Lagebild 2012 des LKA

Organisierte Kriminalität macht nicht an Grenzen Halt

BONN. Laut Lagebild 2012 des LKA sind Osteuropäer bei Eigentumsdelikten stark vertreten. Deutsche begehen vor allem Wirtschaftsstraftaten

"Der Trend zur Globalisierung zeigt sich in multinationalen Organisationsstrukturen, internationalen netzwerkartigen Verflechtungen und einem expandierenden Aktionsradius der organisiert kriminellen Gruppierungen." So schreibt es das Landeskriminalamt in seinem Lagebild 2012 über die organisierte Kriminalität (OK). Das heißt übersetzt, dass der Anteil von Nichtdeutschen in der organisierten Kriminalität naturgemäß hoch ist, da organisierte Kriminalität nicht Halt macht an Ländergrenzen.

Bedeutendstes Kriminalitätsfeld in der OK sei der Rauschgifthandel. Hier würden deutsche und türkische Gruppen dominieren. 21,2 Prozent der OK-Verfahren befassen sich mit Eigentumskriminalität. Bei der KFZ-Verschiebung liege der Absatzmarkt vor allem in Weißrussland, Litauen und der Ukraine, eine Serie von Raubüberfällen und Einbruchsdiebstählen auf Villen und Geschäfte gehe auf das Konto von Tätern aus Serbien, Lettland und Litauen.

Einen Anteil von 16,7 Prozent an den OK-Verfahren hätten Wirtschaftsstraftaten, die vor allem von deutschen Tätern begangen würden. Bei den neu ermittelten Tatverdächtigen listet die Statistik 296 Deutsche und 415 Nichtdeutsche auf. Betrachtet man die einzelnen Nationalitäten, sind Deutsche laut LKA "zahlenmäßig am stärksten vertreten", gefolgt von türkischen Staatsangehörigen (143).

Das Lagebild 2012 ist nicht gleichzusetzen mit der Kriminalitätsstatistik 2012, die alle Straftaten abbildet. Das LKA hält fest, dass von 481.206 ermittelten Tatverdächtigen 121.807 Nichtdeutsche waren. Ihre Zahl habe im Vergleich zum Jahr 2011 um 1,4 Prozent zugenommen. Weiter hält das LKA fest, dass damit der Anteil der Nichtdeutschen an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen erneut seit dem Jahr 2008 auf 25,3 Prozent gestiegen ist.