Therapiehilfe in Bonn

Ole kann dank Therapiehund Indie entspannen

Der kleine Ole und sein Therapiehund Indie verstehen sich prächtig.

Der kleine Ole und sein Therapiehund Indie verstehen sich prächtig.

Bonn. In der Nähe seines Therapiehundes kann der an einer Entwicklungsstörung leidende, vierjährige Ole entspannen. Über ein Fundraising und Spenden wurden die Kosten für den Hund finanziert. Jetzt berichtet seine Mutter über die ersten Wochen mit Hund Indie.

In der Weihnachtsausgabe 2017 hat der General-Anzeiger über Julia Siffert, Carsten Mayer und ihren gemeinsamen Sohn Ole Bonner Elternpaar sucht Therapiehund für Ole. Der Junge, inzwischen vier Jahre alt, ist krank. Generalisierte Entwicklungsstörung unklarer Genese, deren Ursprung unbekannt ist, lautet die Diagnose. Therapeutische Maßnahmen waren und sind Mittel, die Ole helfen. Neben Logopädie und Ergotherapie ist die tiergestützte Therapie eine weitere erfolgversprechende Hilfe für den Jungen.

In der Anschaffung eines Therapiehundes sahen seine Eltern eine Lösung vieler Probleme. Denn wenn Ole mit Tieren zusammen ist, kann er entspannen und wird ruhiger. Das Problem: Ein ausgebildeter Therapie- und Autismusbegleithund kostet 28.000 Euro. Diese Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nicht, und auch das Ehepaar konnte den Betrag nicht aufbringen.

Kiwanis und „Running for Kids“ helfen Bonner Familie

Aber Siffert und Mayer hatten die Idee, ein „Fundraising“ zu starten, also eine Mittelbeschaffung, damit Ole einen derart ausgebildeten Hund bekommt. Das lasen im GA auch Mitglieder des Kiwanis-Club Bonn. Dessen Motto lautet „Serving the Children of the World“ (Den Kindern dieser Welt dienen) und man fasste den Entschluss, Ole und seinen Eltern zu helfen. „Wir haben sehr schnell entschieden, uns am Fundraising mit 1000 Euro zu beteiligen“, berichtet Club-Präsident Dieter Lieser. Gedacht war das als Anschubfinanzierung. Der größte Beitrag kam laut Julia Siffert von Peter Borsdorff. Der passionierte Marathonläufer aus Düren hat als Privatmann die Initiative „Running for Kids“gegründet und ebenfalls aus der Zeitung von Ole erfahren. Weit mehr als eine Million Euro hat Borsdorff schon erlaufen. „Von Running for Kids haben wir 20.000 Euro erhalten,“ sagt Siffert. Damit war die Finanzierung des Therapiehundes gesichert.

Beim Verein „Rehahunde Deutschland“ fand das Ehepaar den passenden Hund: Indie, eine inzwischen zweijährige, schwarze Labradorhündin, die seit drei Monaten in der Familie lebt. „Wir sind immer noch in einer Gewöhnungsphase“, erzählt Siffert beim Clubabend der Kiwanis. „Der junge Hund wurde aus seiner bisherigen Umgebung gerissen, muss sich erst an uns gewöhnen und uns als neue Rudelführer akzeptieren.“

Das sei viel Arbeit, denn ein Hund ist keine Maschine. „Indie muss auch bei uns noch viel lernen. Für uns ist es, als ob wir ein weiteres Kind bekommen hätten.“ Indie soll Ole in Stresssituationen beruhigen und aufpassen, wenn er wegläuft. Beide haben sich schon angefreundet – und ein abendliches Ritual entwickelt: Wenn Schlafenszeit ist, krabbelt Ole in Indies Körbchen und deckt sich und seine neue Freundin mit einer Decke zu und dann wird gekuschelt. „Um jedoch ein Fazit ziehen zu können, was der Hund Ole gebracht hat, dafür ist es noch zu früh“, sagt Siffert. Aber man merke, dass Ole sich um den Hund kümmere und auch seine Nähe suche. Weitere Spenden, die auch jetzt noch benötigt werden, akquiriert der Kiwanis-Club. Unter dem Stichwort „Betrifft Ole“ sammeln die Kiwanis für Ole und Indie. „Wir geben jeden Cent eins zu eins weiter“, verspricht ihr Schatzmeister Eberhard Gronwald.