Ohne ihn sähe Beuel anders aus

Straßen in Beuel: Bürgermeister Friedrich Breuer war am Bau der elektrischen Bahn zwischen Beuel und Bonn beteiligt.

Beuel. Ohne ihn hätte sich Beuel wahrscheinlich ganz anders entwickelt. Als Friedrich Breuer im Jahr 1891 mit 31 Jahren vierter Bürgermeister der Gemeinde Vilich wurde, erkannte er schnell, dass die Zukunft der Gemeinde in Beuel-Combahn lag. Dort sollte das neue Zentrum entstehen.

Grund dafür waren die Bonner Pläne für den Bau der ersten Rheinbrücke. Also beantragten die Gemeindevertreter der Bürgermeisterei Vilich schon im Dezember 1891 die Verlegung des Amtssitzes nach Beuel - unter dem Protest der umliegenden Gemeinden.

Trotzdem wurde der Antrag genehmigt und ab 1895 kräftig an einem neuen Rathaus gebaut. 1896 zog die Verwaltung in ihr Domizil an der heutigen Friedrich-Breuer-Straße ein, die damals vom Rhein bis zur Kreuzstraße noch Friedrichstraße hieß; so weist es das Bonner Adressbuch von 1893 aus.

Denn erst viele Jahrzehnte später, nämlich 1972, beschloss der Hauptausschuss, die erste Handels- und Geschäftsstraße Beuels dem tatkräftigen und weitsichtigen Bürgermeister zu Ehren in Friedrich-Breuer-Straße umzubenennen. Der Hinweis darauf findet sich im Amtsblatt der Stadt Bonn von 1974.

Bis dahin hatte die Straße im Zentrum des Örtchens gleich mehrfach ihren Namen gewechselt - je nach Funktion und Zeitgeist. Zu Beginn hieß das Sträßchen vom Rhein bis zur Gottfried-Claren-Straße Koffergasse. Darin findet sich das mittelalterliche Wort kobern oder covern, das für kaufen, verkaufen, handeln steht und auf die Handelstätigkeit in diesem Teil Beuels hinweist - nahe der Stelle, wo die Gierseilfähre die beiden Rheinufer miteinander verband.

Später wurde die Straße ein Teil der Beueler Overather Chaussee. 1891 wurde sie in Hauptstraße und um 1900 nach Kaiser Wilhelm I. in Wilhelmstraße, 1902 nach Kaiser Friedrich III. in Friedrichstraße umbenannt. Von 1933 bis 1945 war es die Horst-Wessel-Straße, die nach dem Krieg wieder unter ihrem alten Namen Friedrichstraße firmierte.

Mit der Umbenennung in Friedrich-Breuer-Straße wurde schließlich dem Bürgermeister Friedrich Breuer ein Denkmal gesetzt. Friedrich Breuer trieb während seiner Amtszeit die Entwicklung seiner Gemeinde stark voran. Ein Beispiel dafür stammt aus dem Jahr 1898: Als die Rheinbrücke feierlich eröffnet wurde, war das für ihn das Signal, Verhandlungen über den Bau einer elektrischen Bahn von Beuel über die Brücke nach Bonn aufzunehmen.

1902 rollte die erste Bahn zwischen Beuel und Bonn. Breuer lebte übrigens selbst an der heute nach ihm benannten Straße. Erst im Rathaus, als es dort zu eng wurde ließ er sich neben dem Rathausplatz einen neuen Wohnsitz errichten. 1919 nahm er seinen Abschied. Er starb 1941.