Haus der Geschichte

Objekte erzählen von der Bonner Weltklimakonferenz

Mitarbeiterinnen des Hauses der Geschichte platzieren die Keule von den Fidschi-Inseln an Ihrem zukünftigen Platz.

Mitarbeiterinnen des Hauses der Geschichte platzieren die Keule von den Fidschi-Inseln an Ihrem zukünftigen Platz.

Bonn. Rund 100 Exponate erinnern im Haus der Geschichte an die Weltklimakonferenz in Bonn im November letzten Jahres.

Es gibt frisches Holz für die Sammlung des Hauses der Geschichte. Das ist in einem speziellen Fall sogar wörtlich zu verstehen. Wobei die Frage zu klären bliebe, wie frisch das Holz tatsächlich ist. Denn das Holzpaddel, das Stefan Süsterhenn, Ministerialdirigent im Bundesministerium für Umwelt und Bau, am Freitag Sammlungsdirektor Dietmar Preißler übergab, wird bei seinen zwei Gebrauchsweisen ordentlich beansprucht. Das Paddel ist nämlich zum einen Fortbewegungsmittel im Wasser, zum anderen werden damit auf den Fidschi-Inseln auch rituelle Prozeduren durchgeführt.

Es ist eines von rund 100 Stücken, die in den Sammlungsbestand des Museums an der Willy-Brandt-Allee übergehen. Thematisch sind sie alle einem großen Ereignis zuzuordnen, bei dem zwischen dem 6. und 17. November viele Blicke auf Bonn gerichtet waren: die 23. Weltklimakonferenz, kurz Cop23. Die Fidschi-Inseln waren eigentlich der Gastgeber der Veranstaltung. Logistische Probleme führten allerdings dazu, dass Bonn kurzfristig als technischer Gastgeber auserkoren wurde.

Es sind ganz viele verschiedene Unterbereiche, die zeigen, dass diese Konferenz ein Großereignis war. „Die ganze Veranstaltung darf einfach nicht spurlos in Vergessenheit geraten“, mahnte Preißler.

Akkreditierungskarte wird zum Ausstellungsstück

Da ist zum Beispiel die Dokumentation der Polizeiarbeit durch das Einsatzhandbuch. Dort sind die ganzen sicherheitsrelevanten Punkte der Konferenz festgehalten. Oder die Akkreditierung von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Auch jene von Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth bekommt das Haus der Geschichte. Diese Plastikkarte sei besonders interessant, da man dort gut sehen könne, wie abgegriffen der Ausweis aussieht, so Preißler. Knapp zwei Wochen reden, schwitzen, streiten und mehrmaliges Vorzeigen der Karte hinterlassen eben ihre Spuren. Flaßbarth wollte eigentlich selbst bei der Übergabe der Exponate dabei sein, er musste aber kurzfristig absagen.

Außerdem neu im Haus der Geschichte: die Emas-Urkunde (Eco-Management and Audit Scheme). Mit ihrer Verleihung bestätigte die niederrheinische IHK im Nachgang der Konferenz, dass die Konferenz zum Schutz der Umwelt auch selbst klimaneutrale Standards eingehalten hat.

Alle Stücke, die an die Weltklimakonferenz mit ihren rund 26 000 Beteiligten erinnern, werden zunächst in den Sammlungsbestand übergehen. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Ausstellung geplant. Interessierte können sich trotzdem die neuen Stücke ansehen – wenn auch erst mal nur digital.

Es gibt eine Internetdatenbank, in der viele der rund eine Million Sammlungsstücke aus dem Haus der Geschichte einzusehen sind. Dort sollen auch bald die rund 100 Neuankömmlinge zu finden sein. „Ich bin mir eigentlich sicher, dass das ein oder andere Stück irgendwann auch mal ganz normal in die laufende Ausstellung aufgenommen wird“, sagte Preißler.