Erzbergufer in Bonn

OB Sridharan pocht weiter auf Hotelneubau

Ein Hotel soll am Erzberger Ufer entstehen, dort früher Studenten und derzeit Flüchtlinge und Migranten leben.

Ein Hotel soll am Erzberger Ufer entstehen, dort früher Studenten und derzeit Flüchtlinge und Migranten leben.

Bonn. Der Planungsausschuss berät am Mittwochabend über das frühere Studentenwohnheim am Erzbergerufer nahe der Beethovenhalle. Die Ratsmehrheit hat sich noch nicht festgelegt, OB Sridharan pocht weiter auf den Neubau.

Oberbürgermeister Ashok Sridharan drückt in Sachen Hotelneubau am Erzbergerufer weiterhin auf die Tube. Obwohl sich die Ratsmehrheit noch nicht festgelegt hat, wie das einst für das Festspielhaus vorgesehene Grundstück unweit der Beethovenhalle genutzt werden soll, schlägt der OB für den Planungsausschuss an diesem Mittwoch erneut vor, das Grundstück für den Bau eines Hotels im Drei-Sterne-Segment auszuschreiben. Der durch den Verkauf des Grundstückes erzielte Erlös solle dann für die Schaffung von preiswertem Wohnraum in der City – etwa auf dem Gelände der ehemaligen Poliklinik – verwandt werden.

Wie berichtet, hatte die Stadt sich mit ihrem ersten Vorstoß in Sachen Hotelneubau am Erzbergerufer von verschiedenen Seiten heftige Kritik eingehandelt. Schließlich hatte der Rat schon Ende 2015, als die Pläne für das Festspielhaus ad acta gelegt worden waren, die Verwaltung beauftragt, zu prüfen, ob auf dem 6700 Quadratmeter großen Areal auch Sozialwohnungen gebaut werden können. Auf dem Grundstück steht ein ehemaliges Studentenwohnheim, das derzeit als Flüchtlingsunterkunft dient.

Stadtverwaltung beruft sich auf Gutachten von 2010

In ihrer aktuellen Vorlage untermauert die Verwaltung ihr Vorhaben unter anderem erneut mit einem Gutachten der Firma Hotour von 2010, die im Auftrag der Stadt den Bonner Hotelmarkt analysiert hatte. „Diese Hotelbedarfsanalyse ist verwaltungsseitig in den Folgejahren regelmäßig fortgeschrieben worden“, heißt es in der Vorlage. Demnach habe die Hotelentwicklung in Bonn „nur bedingt Schritt gehalten“ mit den Anforderungen von Unternehmen und Einrichtungen, die zunehmenden standardisierte und preiswerte Hotelprodukte in großen Einheiten suchten.

Hotour habe damals empfohlen, das Angebot an konkurrenzfähigen Markenhotels mit bis zu 200 Zimmern „behutsam“ zu erhöhen. Dies fordere auch die BonnCC, die das WCCB managt. Denn: Kongressveranstalter wollten ihre Gäste auf nicht mehr als drei Hotels aufteilen – und das möglichst auf einer Rheinseite. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband hat die Hotelpläne scharf kritisiert (der GA berichtete), fürchtet einen „erheblichen Wettbewerbsdruck auf den bestehenden Bonner Hotelmarkt“ und hat den OB aufgefordert, die Pläne für das Erzberger Ufer zu stoppen.