Zahlreiche Wahlplakate in Bonn

OB-Kandidaten sind in der Stadt nicht mehr zu übersehen

BONN. Spätestens seit dem vergangenen Wochenende ist es nicht mehr zu übersehen: Im Kampf um die Wahl des neuen Oberbürgermeisters am 13. September lächeln uns die Kandidaten jetzt an allen Ecken und Enden in Bonn entgegen.

Vor allem die Wahlplakate von Ashok-Alexander Sridharan (CDU), Peter Ruhenstroth-Bauer (SPD) und Tom Schmidt (Grüne) sind in der Stadt reichlich verteilt. Seinen Konkurrenten lange voraus war Sridharan, der bereits am 13. Juni die ersten Plakate mit seinem Konterfei aufhängen ließ. Damit schöpft der CDU-Mann, der in Königswinter als Stadtkämmerer tätig ist, die Drei-Monatsfrist vor der Wahl komplett aus.

"Ich will mich schließlich bei möglichst vielen Wählern bekannt machen", sagt er. Rund 3000 Plakate und weitere 40 im Großformat sollen für Sridharan als OB in Bonn werben. Wobei er als einziger der drei Kandidaten auf seinen Plakaten erwähnt, für welches Amt er antritt. "Ich will ja nicht verheimlichen, dass ich OB werden will", sagt er und schmunzelt. 10.000 Euro haben allein die Plakate gekostet, verrät Sridharan, will sich aber ansonsten zum Wahlkampfbudget der CDU nicht äußern.

Jim Rakete fotografierte Ruhenstroth-Bauer

Peter Ruhenstroth-Bauer macht generell keine Angaben zu den Ausgaben seiner Partei für Wahlwerbung. Der Bad Godesberger Rechtsanwalt und Ex-Staatssekretär freut sich, dass ihn der Berliner Promi-Fotograf Jim Rakete für die Wahlplakate abgelichtet hat. "Wir kennen uns schon seit über zehn Jahren", sagt er. Auf den Hinweis zur OB-Wahl auf seinen Plakaten habe er verzichtet, " weil die Bonner sehr wohl wissen, dass am 13. September der neue Oberbürgermeister gewählt wird".

Aus gleichem Grund hält es auch Tom Schmidt nicht für nötig, auf seinen Plakaten eigens darauf hinzuweisen. Politische Botschaften sind dem Ratsfraktionsgeschäftsführer der Grünen wichtiger, sagt er, deshalb habe er auch fünf verschiedene Motive für seine Plakatwerbung gewählt. Aus der Höhe des Gesamtetats der Grünen für die OB-Wahl macht Schmidt kein Geheimnis: "Dafür stehen uns 30.000 Euro zur Verfügung".

Irritationen bei Podiumsdiskussion

Für Irritationen mitten im Wahlkampf sorgte eine Podiumsdiskussion am Dienstagabend mit den OB-Kandidaten auf Einladung des Allgemeinen Fahrradclubs (ADFC) und des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), an der Sridharan nicht teilnahm. "Man hatte mir im Juni zwar den Termin auf Facebook mitgeteilt, aber nicht mit mir abgestimmt", bedauerte er, "da hatte ich längst woanders zugesagt." Mitveranstalter Rainer Bohnet vom VCD-Vorstand erklärte, die Saal-Reservierung in der Evangelischen Studentengemeinde habe nicht auf einen anderen Termin verschoben werden können.