Amt für Stadtgrün in Bonn

Nur noch fair gekleidet an die Arbeit

Vivék Luthra (von links), Kolja Schmitz und Uwe Schumacher präsentieren ihre fair gehandelte Arbeitskleidung. FOTO: STEFAN KNOPP

Vivék Luthra (von links), Kolja Schmitz und Uwe Schumacher präsentieren ihre fair gehandelte Arbeitskleidung.

BONN. Für seine Mitarbeiter möchte das Bonner Amt für Stadtgrün neue Arbeitskleidung anschaffen. Wie die aussehen könnte, präsentierten kürzlich Vivék Luthra, Kolja Schmitz und Uwe Schumacher, Partner von Mitgliedern der der Bonner Frauenrechtsorganisation Femnet.

Die unterstützt die Stadt Bonn bei der Suche nach einem fairen Anbieter für diese Bekleidung. Die kleine Modenschau fand im Rahmen einer Veranstaltung statt, bei der dieses Pilotprojekt vorgestellt wurde.

Der Titel lautete "Gute Arbeit fairbindet": Es gehe darum, "dass sich die Arbeitsbedingungen in der weltweiten Bekleidungsindustrie verbessern", erklärte die Femnet-Vorsitzende Gisela Burckhardt. Dafür macht sich die Organisation unter anderem auch mit der Kampagne Saubere Kleidung stark. Besonders beim öffentlichen Einkauf, also vor allem durch Kommunen, die viel Arbeitsbekleidung einkaufen, wolle man Unternehmensverantwortung einfordern. "Es ist wichtig, dass die Kommunen fair einkaufen."

Die Stadt Bonn will da eine Vorreiterrolle übernehmen. Man müsse hinterfragen, woher die Kleidung kommt und wie sie produziert werde, die von den Mitarbeitern des Amtes für Stadtgrün und anderer Ämter getragen wird, sagte Bürgermeisterin Gabriele Klingmüller.

Rund 60 Anbieter für fair gehandelte Kleidung in Deutschland

Für das Projekt hat sich Femnet mit Anbietern für fair gehandelte Kleidung auseinandergesetzt. Rund 60 gebe es in Deutschland, sagte Rosa Grabe, Leiterin des Projektes "Soziale öffentliche Beschaffung" der Organisation, und mit 15 davon habe man Bieterdialoge geführt.

Vornehmlich sollen diese Anbieter internationale Bekleidungsnormen einhalten: Sie müssen zum Beispiel eine wöchentliche Arbeitszeitbegrenzung von 48 Stunden mit maximal zwölf freiwilligen Überstunden anbieten, einen existenzsichernden Lohn, ein Diskriminierungsverbot und geregelte Beschäftigungsverhältnisse. Darüber hinaus sollen sie aber auch Nachweise über Produktionsbedingungen liefern und Transportwege transparent machen.

Derzeit würden die Angebote juristisch geprüft, so Grabe. Man habe sehr gute Gespräche geführt. Die Ausschreibung sei für Januar geplant. Folgeprojekte für andere Ämter der Stadt Bonn seien gewünscht und in Aussicht.