Pause bei der Post

Nur noch Postler dürfen in die Tower-Kantine

Zutritt verboten: Zumindest zum Mittagstisch dürfen Mitarbeiter anderer Unternehmen nicht mehr in die Posttower-Kantine

Zutritt verboten: Zumindest zum Mittagstisch dürfen Mitarbeiter anderer Unternehmen nicht mehr in die Posttower-Kantine

11.01.2016 BONN. Auswärtige Gäste müssen draußen bleiben. Konzern reagiert auf eine "allgemeine Risikobewertung" nach den Paris-Anschlägen und erlaubt nur noch Angestellten den Zutritt zur Kantine.

Veggie, Pasta, Wokgemüse, pikante oder leichte Mahlzeiten: Die Mitarbeiter in den Büros im ehemaligen Regierungsviertel können sich über das Speiseangebot zur Mittagszeit nicht beklagen. Ob ein Fleischklops vom mobilen Grill gleich vor der Tür oder ein komplettes Mittagessen - zwischen Rhein und B 9 muss niemand hungern. Die Kantine im Posttower war für viele über Jahre hinweg eine gute Adresse, wenn wieder einmal der Magen knurrte. Denn nicht nur die Mitarbeiter des Konzerns durften dort essen und trinken, die Türen standen in der Mittagszeit auch Beschäftigten anderer Unternehmen oder Besuchern aus der Nachbarschaft jederzeit offen. Doch damit ist jetzt Schluss. Seit ein paar Wochen dürfen nur noch Postler zwischen Schnitzel und Tofu, Eintopf und Pizza wählen.

Aus Sicherheitsgründen ist der Zugang zur Kantine aktuell nicht mehr für jeden offen. "Der Tower wird von unseren Sicherheitsexperten regelmäßig überprüft", erklärt Postsprecher Dirk Klasen. Aufgrund der aktuellen Kontrolle habe man sich bereits vor Weihnachten dazu entschlossen, den Zugang zur Betriebsgastronomie einzuschränken. "Die aktuelle Maßnahme ist eine Konsequenz aus einer allgemeinen Risikobewertung", sagte Klasen dem GA. Er machte allerdings ausdrücklich klar, dass es keinen Hinweis auf eine unmittelbare Gefahrensituation gebe. Zudem seien Gäste nach wie vor im Presseclub der Deutschen Post in der Heinrich-Brüning-Straße im Bundesviertel willkommen.

"Jetzt müssen wir auf die Deutsche Welle ausweichen"

Christoph Arens ist einer derjenigen, die sich nun nicht mehr an den gedeckten Tisch im Tower setzen können. "Schade", beklagt er. "Kurz nach den Anschlägen von Paris haben wir erfahren, dass Auswärtige keinen Zutritt mehr haben", erzählt der Mitarbeiter der Katholischen Nachrichten-Agentur. Dabei sei man immer gerne in einer Gruppe von vier, fünf Kollegen zum Mittagessen in das Betriebsrestaurant der Post gegangen. "Jetzt müssen wir auf die Deutsche Welle ausweichen", sagt Arens. "Damit haben wir ein Stück Abwechslung und Vielfalt verloren."

Bei der Deutschen Welle werden sich die Kollegen auch in Zukunft zur Mittagszeit in geselliger Runde treffen können. Jeder darf in der Kantine des Senders ein- und ausgehen. "Unser Restaurant steht nach wie vor allen offen", erklärt Lisa Repschläger. Bei der Telekom gibt es ebenfalls keine Änderungen. "Unser Betriebsrestaurant öffnet nicht nur für Mitarbeiter. Auch Gäste sind gerne gesehen", bestätigt André Hofmann und ergänzt: "Alles bleibt wie bisher."

"Natürlich haben Gäste und Besucher Zutritt. Daran wird sich nichts ändern"

Jeder, der die Sicherheitskontrolle passiert hat, darf an einem Esstisch im Landgericht Platz nehmen. "Natürlich haben Gäste und Besucher Zutritt. Daran wird sich nichts ändern", betont die Pressestelle. Als zusätzliches Bonbon könne man nicht nur die Mahlzeiten genießen, sondern auch noch den einzigartigen Blick über Bonn. Eine tolle Aussicht zum Essen bietet auch die Kantine im Stadthaus ihren Besuchern.

Auch dort sind Gäste stets willkommen. "Bei uns gibt es keine Änderungen", bestätigt zudem der Bundesrechnungshof. "In unserem Restaurant kann nach wie vor jeder zu Mittag essen", ergänzt eine Sprecherin der Bundesbehörde an der Adenauerallee. (Gabriele Immenkeppel)