Bonner Bautage

Nur nicht an der falschen Stelle sparen

Über Trends, Produkte und Dienstleistungen zum Thema Eigenheim informieren sich die Besucher der Bonner Bautage.

Über Trends, Produkte und Dienstleistungen zum Thema Eigenheim informieren sich die Besucher der Bonner Bautage.

Bonn. „Die Bonner haben oft so viel Ahnung, man könnte fast meinen, die Bautage seien eine Fachmesse.“ Dieses Worte von Veranstalter Jörg Fetha dürfen die Besucher der Bonner Bautage durchaus als Lob werten.

Zahlreiche Menschen mit Bauvorhaben zog es in und vor die Beethovenhalle zur Messe rund um Produkte, Trends und Dienstleistungen zum Thema Eigenheim.

Bei rund 80 Ausstellern war für jeden Besucher etwas geboten, und die vielfältigen Information wurden oft dankend angenommen: Ob angesichts eines Neubau oder der Umgestaltung der eigenen vier Wände bot sich für Bauwillige an zwei Tagen die Möglichkeit, mit den unterschiedlichsten Anbietern ins Gespräch zu kommen.

Angesichts der extrem günstigen Finanzierungsmöglichkeiten und des anhaltenden Baubooms investieren die Deutschen aktuell immer noch verstärkt in Steine. „Der Zeitpunkt ist derzeit ideal. Wann, wenn nicht jetzt, sollte man bauen, sofern man die Möglichkeit dazu hat?“, sagte Fetha im Gespräch mit dem GA.

Dies dachten sich auch Michaela Naumann und Oliver Müllenbach, die sich spontan zum Besuch der Messe entschlossen hatten. Seinen Kinderwagen geschickt um die vielen Ständen herummanövrierend, suchte das Paar vor allem Informationen rund um die Themen Solaranlagen und Regenwasseraufbereitung.

Die beiden haben kürzlich ein Eigenheim gekauft, an dem es aber vor dem Einzug noch viel zu verändern gibt. „Schön finde ich, dass es hier auch einige Aussteller gibt, die einen über ökologisches Bauen beraten“, sagte Michaela Naumann.

Skeptisch zeigten sie und ihr Mann sich indes gegenüber einem Smart Home, also einem vernetzten Eigenheim. „Ob mein Kühlschrank wirklich selbstständig die Milch bestellen muss, weiß ich ehrlich gesagt nicht“, sagte Oliver Müllenbach.

Diese Einschätzung deckt sich mit der von Jörg Fetha, der beim oft thematisierten intelligenten Eigenheim aber auch einen Unterschied zwischen den verschiedenen Generationen vermutet. Familien wie Naumann/Müllenbach bildeten auch aus Sicht von Veranstalter Fetha einen großen Teil der Besucher.

Das Charakteristikum der Messe, nämlich die Vielfalt der Aussteller – vom Wintergartenbauer über Sanitärbetriebe oder Finanzdienstleister – sorgte aber dafür, dass es insgesamt doch ein gemischtes Bild in der Beethovenhalle gab.

Der Trend geht generell zunehmend zur höheren Wertigkeit. „Man kann da von einer geteilten Entwicklung sprechen. Wer kann, wählt verstärkt die hochwertige Lösung, aber es gibt auch die genau gegenteilige Entwicklung“, berichtete Hans Schmitt von der Firma Farben Heil-Schmitt.

Wer an der falschen Stelle spare, ärgere sich im Nachhinein nur doppelt und dreifach. „Außerdem“, so ergänzte Innenarchitekt Wolfgang Kuhn, Mitglied des Meisterrates, „wollen viele Kunden sich individuelle Lösungen zusammenstellen lassen und nichts von der Stange.“

Im kommenden Jahr müssen die Bonner Bautage trotzdem pausieren – aber nur am derzeitigen Standort. Da die Beethovenhalle saniert wird, musste sich Fetha einen neuen Standort suchen. Den wollte er aber noch nicht verraten, zunächst sollten die Aussteller informiert werden.