Neubau rund um das Hans-Iwand-Haus

Nur die Backsteinfassade bleibt stehen

So soll das Ensemble des Iwand-Hauses mit seinem Anbau künftig aussehen.

So soll das Ensemble des Iwand-Hauses mit seinem Anbau künftig aussehen.

WESTSTADT. Rund um das Iwand-Haus schreiten die Bauarbeiten voran. Der nicht unter Denkmalschutz stehende Teil des Komplexes an der Humboldtstraße ist längst abgerissen, der Neuaufbau eines Wohnhauses läuft.

Und auch der Bauträger des Backsteinbaus steht in den Startlöchern. "Ich warte auf die Baugenehmigung. Die soll bis Ostern kommen", sagt der Bonner Unternehmensberater Tobias Manig, dessen Firma "BeletageBonn" das Haus nun in Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde der Stadt komplett saniert.

Die vier Etagen umfassen 650 Quadratmeter. Bis Frühjahr 2016 sollen fünf Wohnungen mit bis zu 150 Quadratmetern entstehen - eine davon im Souterrain.

"Es gibt nicht viele Stadthäuser, die pro Etage so viele Quadratmeter vorweisen und dazu noch von drei Seiten Licht haben", schildert Manig. Architekt Albert Leorato vom Büro Oezen-Reimer+Partner betont: "Wir versuchen, soviel wie möglich an historischer Bausub-stanz zu erhalten."

Das Iwand-Haus befinde sich in einem sehr guten Zustand. Es werde aber eine komplett neue Haustechnik erhalten. "Alle Rohre und Leitungen - Wasser und Strom - werden herausgerissen", sagt Manig. Auch die Böden, die zum Teil Schadstoffe enthielten. Letztlich handele es sich um einen Neubau in einem denkmalgeschützten Objekt.

Der Käufer, ein Bonner Geschäftsmann, erhält am Ende ein bezugsfertiges Haus. Die Vermietung soll Ende dieses Jahres stattfinden, so Manig, der mit privaten Geldgebern derzeit fünf Projekte realisiert. "Im Laufe der Jahre haben wir unsere Liebe zur Denkmal-Immobilie entdeckt." Er habe bei der Sanierung immer gute Erfahrung mit der Stadt gemacht, mit der Unteren Denkmalbehörde und auch dem Bauamt. Es sei allerdings nicht immer einfach, weil man denkmalerfahrene Handwerker benötige und ein Altbau auch ständig Überraschungen bereithalte. Wenn es dadurch teurer werde, trage er das Risiko. "BeletageBonn" investiert ins Iwand-Haus rund 1,5 Millionen Euro.

Der Kauf eines solchen Objekts lohnt sich nach Manigs Angaben für alle, die hohe Steuersätze haben. Pro Jahr könne man bei einem Denkmal zehn Prozent abschreiben, die komplette Renovierung also in zehn Jahren. Bei normalen Bauvorhaben seien es jährlich nur zwei Prozent. "Das ist der Grund, warum die Bonner Südstadt so schön aussieht", sagt Manig.

Das Hans-Iwand-Haus war bis zu seiner Schließung 2011 ein evangelisches Studentenwohnheim und gehörte der Evangelisch-Theologischen Fakultät. Der Altbau ist mehr als 100 Jahre alt. An der Stelle des abgerissenen Anbaus aus den 60er-Jahren entsteht bis Spätsommer 2016 ein neues Haus mit acht Eigentumswohnungen. Projektentwickler ist die Firma Pareto, die zur Kreissparkasse Köln gehört.