Viktoriakarree in Bonn

Noch kein Beschluss zum innerstädtischen Areal

Die Stadt will das Viktoriakarree im Herzen Bonns zügig entwickeln.

BONN. Am Ende einer zweistündigen Debatte wollten lediglich SPD und Bürger Bund einer Ausschreibung des Viktoriakarrees zustimmen. Die FDP enthielt sich am Mittwochabend im Wirtschaftsausschuss.

Doch alle Redner der CDU-Fraktion unterstrichen, dass sie auf jeden Fall einen Beschluss in der Märzsitzung des Stadtrates herbeiführen möchten. Lediglich die Grünen und die Linksfraktion hatten große Bedenken an einer Fortentwicklung des großen innerstädtischen Areals zwischen Altem Rathaus und Universität anzumelden.

Wie berichtet, hat die Stadtverwaltung ein Exposé ausgearbeitet, auf dessen Grundlage die städtischen Immobilien europaweit ausgeschrieben werden sollen. Kern der Ausschreibung ist die Festlegung einer Einzelhandelsfläche von 15 000 Quadrat-metern, einer 6500 Quadratmeter großen Bibliothek der Uni sowie die Unterbringung von Stadtmuseum und Gedenkstätte, am liebsten in einer sanierten Pestalozzischule an der Budapester Straße, sowie der aus städtebaulicher Sicht wohl wichtigste Punkt: eine Verbindung der Marktgarage mit einer neuen im Viktoriakarree und einer gemeinsamen Ein- und Ausfahrt jenseits der Uni hinter dem Stockentor.

An den Kosten dafür soll sich die Stadt beteiligen - und diese aus dem Verkauf der Immobilien decken. Der Satz, die entsprechenden Haushaltsmittel im Etat 2018 bereitzustellen, sorgte am Mittwoch dann auch für Diskussionsstoff. Die SPD schlug vor, auch günstigere Varianten, etwa Zufahrten vom Belderberg aus, ins Papier aufzunehmen.

Die Linke sieht die Pläne nicht nur als zentrenschädlich für Bad Godesberg und Duisdorf, sie bezweifelt, so wie die Grünen, ob Bonn überhaupt so viele Einzelhandelsflächen braucht. Die Grünen befürchten die Ansiedlung einer Mall-Kette, die kostenloses Parken anbietet und damit der Marktgarage Konkurrenz machen könnte. Die Grünen sehen außerdem noch viele Fragen zu klären - etwa die nach Fördermöglichkeiten. Zudem wollen sie zunächst abwarten, wie es auf den Arealen am Hauptbahnhof weitergeht.

"Man sollte den Beschluss über das Viktoriakarree nicht verzögern", sagte Alfred Beißel vom Liegenschaftsmanagement. Er warnte zudem davor, den Beschluss damit zu koppeln. Auch wenn er zuversichtlich sei, dass es mit dem Nordfeld in Kürze weitergeht, so ist noch ein Einspruch eines Investors anhängig.