Kommentar zur Stolperfalle an der Poststraße

Nicht barrierefrei

Poststraße mit Stolperfallen

Poststraße mit Stolperfallen

Da glaubte das städtische Bauamt alles richtig gemacht zu haben, als es am Ende der Poststraße zwei Stufen bauen ließ, und schon hagelt es heftige Kritik. Die Behindertengemeinschaft bezeichnet die neue Stolperfalle am Hauptbahnhof als „Katastrophe“. Zu recht, meint Lisa Inhoffen.

Einerseits muss man das städtische Bauamt loben, dass es bei der Erneuerung der Poststraße im oberen Teil gegenüber dem Hauptbahnhof vorausschauend gehandelt hat. Denn wenn die Straße Am Hauptbahnhof erneuert und dabei ein höheres Niveau erhalten wird, muss die Poststraße natürlich ebenfalls an der Stelle höher, also quasi auf „Augenhöhe“ liegen.

Somit war es richtig, die Poststraße, die jetzt ohnehin im Zuge der Fertigstellung des Maximiliancenters angepackt werden musste, entsprechend anzugleichen. Was hätte das für einen Aufschrei geben, wenn die Stadt die neu gestaltete Poststraße im Zuge der Arbeiten für die Straße Am Hauptbahnhof wieder hätte aufreißen lassen.

Andererseits: Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Für Menschen, die gut zu Fuß sind, mögen die zwei neuen Stufen vielleicht kein Problem sein. Aber für alle, die in ihren Bewegungen eingeschränkt sind oder gar im Rollstuhl unterwegs sind, ist diese Lösung ein weiteres Indiz dafür, dass ihre Interessen nach wie vor nicht wirklich ernst genommen werden.

Barrierefrei sieht jedenfalls anders aus. Die kleine Rampe an der Seite rettet die Situation nicht wirklich. Wenn viele Passanten an der Fußgängerampel stehen und auf Grün warten – wie es meistens an dieser äußerst stark frequentierten Stelle der Fall ist – sieht man entweder diese Rampe nicht oder gelangt erst gar nicht dorthin. Zudem müsste sie durch ein Geländer gesichert werden, was in Anbetracht des engen Raumes dort schwierig umzusetzen sein dürfte. Das Bauamt und die Behindertengemeinschaft sollten sich deshalb alsbald an Ort und Stelle treffen und gemeinsam nach einer besseren Lösung suchen. Denn so viel steht fest: Bis die Straße Am Hauptbahnhof angegangen wird, fließt noch viel Wasser den Rhein hinunter.