Richtfest am Eltern-Kind-Zentrum Bonn

Neues Zentrum in Bonn für 87,5 Millionen Euro

Zwei Baukräne drehen sich über dem Eltern-Kind-Zentrum. Der Neubau liegt im Zeit- und Kostenrahmen.

Zwei Baukräne drehen sich über dem Eltern-Kind-Zentrum. Der Neubau liegt im Zeit- und Kostenrahmen.

Bonn. Das Eltern-Kind-Zentrum in den Unikliniken auf dem Venusberg hat Richtfest gefeiert. Das Land NRW investiert insgesamt 87,5 Millionen Euro in den Bau.

Gerade zog der Baukran noch tonnenschwere Last hinauf auf das Dach, jetzt hing ein prächtig geschmückter Richtkranz am Haken. „Das ist ein großartiger Tag für uns“, begrüßte der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende Professor Wolfgang Holzgreve die Gäste im Rohbau. „Die Bauarbeiten schreiten zügig voran und liegen exakt im vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmen“, fügte er hinzu und ergänzte: „Hier entsteht wirklich ein Schmuckstück, wo Spitzenmedizin stattfinden wird.“ Läuft alles weiter nach Plan, dann wird das Eltern-Kind-Zentrum im Dezember nächsten Jahres bezogen.

Für rund 87,5 Millionen Euro entsteht ein neues Zentrum, das Kinderheilkunde und Geburtshilfe unter einem Dach vereinen wird. Neben einer optimalen therapeutischen Betreuung sollen auch die Sinne der kleinen Patienten angesprochen werden. „Damit das Elki eine angstfreie Zone wird, werden im Gebäude verschiedene Kunstkonzepte sowie interaktive Spielflächen entstehen. Wir betrachten unsere Patienten ganzheitlich. Und zum Wohlfühlen gehört Kunst einfach dazu“, sagte Holzgreve.

So wird es mehrere schwarz-weiße Kuben aus Neopolenschaum geben, mit denen die Kinder drinnen und draußen bauen können. An einem interaktiven Aquarium können sie einen Fisch mit ihrem Namen schwimmen lassen. Außerdem wird es einen „Beethoven-Kreißsaal“ geben, in dem die Musik des Komponisten gespielt wird.

Zum Richtfest war auch der Finanzier des Projekts, NRW-Minister Michael Groschek, gekommen. „Wir sind heute alle Geburtshelfer für ein großartiges Projekt“, sagte er schmunzelnd und nahm zur angespannten Verkehrssituation rund um die Kliniken Stellung. Zwar würden durch die Zusammenlegung zweier bisher genutzter Standorte demnächst rund 20.000 Fahrten zwischen Adenauerallee und Venusberg wegfallen. „Trotzdem müssen wir die Verkehrsstrukturen in Einklang mit dem Ausbau bringen“, so der Minister. Dazu gehöre auch zu prüfen, ob eine Seilbahn zum Klinikgelände sinnvoll ist. „Wir wollen wissen, unter welchen Voraussetzungen eine Seilbahn wirtschaftlich ist“, ergänzte Groschek, der die „große Lösung“ über den Rhein favorisiert.

Durch das Zentrum bleibt kleinen Patienten eine Trennung von ihrer Familie erspart

Für Holzgreve gibt es keine Alternative zur Seilbahn. „Wir haben 8.000 Mitarbeiter, 50.000 stationäre und noch einmal rund 350.000 ambulante Patienten jährlich. Viele von ihnen würden von der Straße in die Luft wechseln. Ich bin zuversichtlich, dass die Prüfung durch Stadt, Land und Verkehrsexperten zum gleichen Ergebnis kommen wird.“

„Gestern gesprengt, heute wieder ein Richtfest. Das geht in Bonn ganz schnell“, erinnerte Oberbürgermeister Ashok Sridharan an die gelungene Sprengung des Bonn-Centers am Tag zuvor. Neben den logistischen und medizinischen Vorteilen dieser Zentralisierung gibt es für ihn noch einen weiteren wichtigen Aspekt: „Durch das Elki bleibt den kleinen Patienten eine Trennung von ihren Angehörigen in Zukunft erspart“, sagte er.

Gleich neben der Baustelle werden schon bald erneut Baumaschinen anrollen. Dort wird der Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche ein Elternhaus bauen lassen.