Studentisches Wohnen in Bonn

Neues Wohnheim in Bonn eingeweiht

Studierendenwohnheim Nassestraße wird eingeweiht.

Studierendenwohnheim Nassestraße wird eingeweiht.

Bonn. Aus dem Büro der Kultusministerkonferenz an der Kaiserstraße wurde ein Studentenwohnheim. Entstanden sind gegenüber der Mensa 66 Einzel- und vier möblierte Doppelappartements. Am Dienstag wurde das Domizil eingeweiht.

Das Uni-Hauptgebäude und das Juridicum sind in unmittelbarer Nähe, gleich gegenüber gibt es eine Mensa, und die Südstadt mit ihren Kneipen und Szenelokalen ist auch nur einen Steinwurf weit entfernt. „Hier hätte ich zu meiner Studentenzeit auch gerne gelebt“, blickte sich Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan am Dienstag im neuen Studentenwohnheim Ecke Kaiser- und Nassestraße um.

Dort, wo bis vor einigen Jahren noch die Kultusministerkonferenz untergebracht war, haben pünktlich zum Start des Sommersemesters 74 Studenten eine Bleibe gefunden. In einer Rekordzeit von 16 Monaten wurde aus dem ehemaligen Bürokomplex aus dem Jahr 1962 ein modernes, energieeffizientes Gebäude. Dafür investierte das Studierendenwerk Bonn 6,8 Millionen Euro. Besonders erfreulich: „Wir haben bei dem aus eigener Kraft finanzierten Bauvorhaben sowohl den Kosten- als auch den Zeitrahmen genau eingehalten“, freute sich Geschäftsführer Jürgen Huber am Dienstag bei der Eröffnung. Alle Appartements sind bereits vermietet und bezogen.

Unter der Bauleitung von Architekt Alexander Mooshake vom Büro Koenigs Rütter sind 66 Einzel- und vier möblierte Doppelappartements mit modernen Badezimmern sowie jeweils einer kleinen Küchenzeile entstanden. In einer Tiefgarage gibt es 20 Auto- sowie Fahrradstellplätze für jeden Bewohner. Zudem stießen die Architekten auf einen Luftschutzbunker im Inneren des Gebäudes. Dort soll in Zukunft das Rechenzentrum des Studierendenwerkes untergebracht werden. Die hochwertige Klinkerfassade des sanierten Hauses greift die Farbtöne der Nachbarhäuser aus der Gründerzeit auf und fügt sich so harmonisch in das Umfeld ein.

Es fehlen erschwingliche Wohnungen

Im Dezember 2016 wurde mit dem Umbau des Gebäudes begonnen. Zunächst musste der komplette Baukörper schadstoffsaniert und bis auf den Rohbau zurückgebaut werden. Dann folgte die energetische Modernisierung mit dem Einbau von dreifach verglasten Fenstern sowie der Dämmung von Dach, Fassade, Keller- und Garagendecken. Zudem wurde das Wohnheim eigens an das Fernwärmenetz der Stadtwerke angeschlossen. Trotz des Einbaus innovativer Haustechnik sowie moderner Bauelemente wurde das alte Holzgeländer aus dem 1960er Jahren im Treppenhaus aufgearbeitet und erhalten.

Kaum sind die Arbeiten an dem Wohnheim an der Kaiserstraße beendet, lässt das Studierendenwerk gleich im Anschluss ein Studentenheim im Auerberg mit 320 Wohneinheiten renovieren. Dennoch fehlen gerade zu Semesterbeginn erschwingliche „Buden“. Dieses Problem betrifft allerdings nicht nur Studenten. „Wir brauchen in Bonn mehr preiswerte Wohnungen. Hier muss jeder den Wohnraum finden, den er für seine Lebenssituation braucht. Studenten, junge Familien, Alleinstehende oder Senioren“, appellierte der Oberbürgermeister.