Modul-System

Neues Modell macht Bonner Kitas preiswerter

Kita-Neubau an der Ringstr - Margit Ventuett erläutert das Bonner Modell

Kita-Neubau an der Ringstr - Margit Ventuett erläutert das Bonner Modell

Bonn. Mit dem Bonner Modell werden Kindergärten schneller und preiswerter gebaut. Das Ganze funktioniert mit einer simplen Vereinfachung.

Noch ist nur das durchdringende Dröhnen des Presslufthammers zu hören, doch schon bald soll fröhliches Kinderlachen das Haus erfüllen: Läuft alles nach Plan, dann werden mit Beginn des neuen Jahres die ersten Kinder in den neuen Kindergarten an der Rilkestraße in Beuel einziehen. Derzeit entstehen in der Stadt drei Kita-Neubauten nach dem sogenannten „Bonner Modell“ – neben dem Gebäude in Beuel ein weiteres in der Mörikestraße in Dransdorf sowie im Neubaugebiet Am Hölder in Röttgen. Alle drei Neubauten werden voraussichtlich im November fertiggestellt. Sie werden danach in Abstimmung mit dem Jugendamt in Betrieb genommen.

Gebaut werden die Einrichtungen nach dem „Bonner Modell“, einem Baustein-Modul, das vom Städtischen Gebäudemanagement (SGB) entwickelt wurde. „Grundsätzlich besteht in jedem Kindergarten dasselbe Raumkonzept. Daher haben wir ein Modell entwickelt, das für alle Neubauten verwendet werden kann“, erklärte Margit Ventulett, Leiterin der SGB-Abteilung Planung und Ausführung, das Prinzip. Durch dieses standardisierte Verfahren sei nicht nur eine schnellere Realisierung möglich, sondern man könne zudem beispielsweise bei den Honoraren für die Architekten und Ingenieure sparen. „Das heißt allerdings nicht, dass alle Kitas gleich aussehen“, fügte sie hinzu. „Nein, jedes Modul kann ganz individuell eingesetzt werden.“

Grundsätzlich besteht das Grundmodell für eine Gruppe immer aus einem großen Gruppenraum, zwei Nebenräumen, einem Sanitärtrakt, einem Abstellraum und einer Garderobe. Wie unterschiedlich die Planer diesen Grundriss bei den drei Neubauten eingesetzt haben, das zeigte die SGB-Expertin an den Entwürfen. Während in einem Fall die „Bauklötzchen“ aneinandergereiht wurden, legte ein anderer Architekt Wert darauf, sie spiegelverkehrt anzuordnen. „Wichtig ist uns auch, dass sich die Gebäude jeweils in das städtebauliche Umfeld einfügen. Von außen sind sie vollkommen unterschiedlich“, so Margit Ventulett.

Die Kindergärten werden nach dem „KfW-Effizienzhaus 55“ – Standard gebaut. Im konkreten Fall heißt das, vor Ort kommt eine Erdwärmepumpe und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung zum Einsatz. Eingebaut wird zudem eine Fußbodenheizung. Sie wird über eine Niedertemperaturheizung betrieben. Auf dem niedrigen Temperaturniveau kann Heizwärme wirtschaftlicher bereitgestellt werden. In diesen Tagen steht in den drei Neubauten vor allem der Innenausbau auf dem Programm: Der Estrich wird verlegt, die Wände werden verputzt, Heizungs-, Lüftungs- und die Sanitäranlagen werden eingebaut. Außerdem finden Elektroarbeiten statt.

Alle drei Kitas sollen zukünftig vier Gruppen beherbergen. Jede verfügt über eine Grundfläche von rund 800 Quadratmetern. Die Kosten liegen jeweils bei rund 2,7 Millionen Euro für die Bauten in der Mörikestraße sowie Rilkestraße. Knapp drei Millionen werden Am Hölder investiert. Die Mehrkosten liegen an Grundstücksgröße sowie Ausgleichspflanzungen. Weitere Neubauten von Kitas nach dem Bonner Modell sind bereits in der Planung. So werden in Geislar, Medinghoven, Buschdorf sowie Kessenich in den kommenden Jahren ebenfalls neue Einrichtungen nach dem Modulsystem errichtet.