Zukunft von "Rhein in Flammen"

Neues Konzept wird wohl erst 2015 umgesetzt

Rhein in Flammen 2013: Ob das feurige Spektakel wie am Samstag die Besucher auch im nächsten Jahr in der Rheinaue begeistern wird, steht noch in den Sternen.

BONN. Alle sind sich einig: "Rhein in Flammen" war ein voller Erfolg. Trotzdem soll das Feuerwerksspektakel in Bonn auf neue Füße gestellt werden. Es soll vor allem näher an die Innenstadt rücken.

Ob dafür schon am Dienstagabend wie ursprünglich geplant im Wirtschaftsförderungsausschuss die Weichen gestellt werden, ist indes fraglich. "Es besteht noch Abstimmungsbedarf", sagte Stadtsprecherin Monika Hörig am Montag.

Guido Déus ist überzeugt: "Im nächsten Jahr wird Rhein in Flammen sicher noch einmal in der Rheinaue über die Bühne gehen". Denn es seien noch Fragen offen, obgleich die Politik dem bisher zur Diskussion stehenden neuen Konzept des Veranstalterbüros Werner Nolden mit "Wohlwollen" gegenüber stehe, sagte der Ausschuss-Vorsitzende und CDU-Wirtschaftsexperte.

Auch sein Kollege von der SPD, Ernesto Harder, geht davon aus, dass noch einiges Wasser den Rhein hinunter fließen wird, bis ein neues Konzept zum Tragen kommt. "Wir erwarten konkrete Vorlagen und die sehe ich noch nicht", sagte er. "Uns geht es vor allem darum, dass die Bonner City und das Rheinufer zwischen Kennedybrücke und Langer Eugen in Zukunft stärker von dem Großereignis profitieren und die Plätze mit Leben gefüllt werden", erklärte Déus die Zielsetzung.

Eine Idee, die nach dem gelungenen Deutschlandfest 2011 innerhalb der Verwaltung aufgekommen war und die die Stadt ursprünglich selbst umsetzen wollte. "Das kam für uns nicht in Frage", so Déus. Ein sogenanntes Interessensbekundungsverfahren blieb ohne Ergebnis. Denn das lukrative Geschäft mit dem Schiffskonvoi will die Politik nicht aus den Händen der Tourismus und Congress GmbH (T&C) geben.

Die Stadt sei dann auf Nolden zugegangen. Dessen Büro, das seit vielen Jahren die "Kölner Lichter" veranstaltet, hat inzwischen ein Konzept vorgelegt. Im Mittelpunkt, so Nolden gestern zum GA, steht das Feuerwerk, das von zwei Schiffen aus mitten auf dem Rhein gezündet wird. "Wir setzen auf eine Veranstaltung, die hochwertiger den je sein wird", sagte Nolden, der früher "Rhein in Flammen" schon einmal mitveranstaltet hat.

"Da sind wir wegen des Wetters mehrfach abgesoffen, es war finanziell untragbar", erklärte er. Aus dem Grund will er den Termin von Anfang Mai auf Mitte Juni verlegen. Doch Hoteliers und eine Schifffahrtsgesellschaft sollen ein Veto eingelegt haben und auf die Beibehaltung des Maitermins pochen, an dem das Buchungsgeschäft ansonsten mau sei. Doch für Nolden kommt nur der Juni in Frage: "Da ist es einfach wärmer."

Das "Rhein in Flammen" mit dem Wetter steht und fällt, hat Jürgen Harder, der das Spektakel seit einigen Jahren in Bonn veranstaltet, schon mehrfach erfahren. Er hofft, dass die Stadt auch mit ihm über seine Vorschläge sprechen wird. "Wenn mehr Innenstadtnähe gewünscht wird, will ich mich dagegen nicht wehren", sagte er. Allerdings sieht er ein großes Sicherheitsproblem. "Dazu erwarten wir vom künftigen Veranstalter ein Konzept, das mit Feuerwehr und Polizei abgestimmt werden muss", sagte Hörig.

Rhein in Flammen

"Rhein in Flammen" findet zwischen Linz und Bonn jährlich am ersten Maiwochenende statt. Höhepunkt ist das Großfeuerwerk in der linksrheinischen Rheinaue. Für heftige Diskussionen sorgte vor drei Jahren ein Zaun, den Veranstalter Jürgen Harder um das zentrale Veranstaltungsgelände in der Rheinaue ziehen ließ, um Selbstversorger auszuschließen und mehr Einnahmen durch den Verkauf von Essen und Getränken erzielen. Diese Absperrung war für ihn ein Reinfall. Seit vorigem Jahr ist der Zaun kein Thema mehr.