Bauherrn setzen Scheitelstein

Neues Haus und alter Name

Landwirtschaftliche Symbole, die Initialen des Erbauers und das Baujahr 1886 zieren den Scheitelstein, den Andreas Velten (von links), Karla Rethmann, Brigitta Poppe-Reiners und Dirk Schiebelhuth auf der Baustelle der neuen Wohnanlage "Mertenshof" einsetzten.

Landwirtschaftliche Symbole, die Initialen des Erbauers und das Baujahr 1886 zieren den Scheitelstein, den Andreas Velten (von links), Karla Rethmann, Brigitta Poppe-Reiners und Dirk Schiebelhuth auf der Baustelle der neuen Wohnanlage "Mertenshof" einsetzten.

Graurheindorf. Wohnkomplex "Mertenshof" entsteht auf dem Areal der ehemaligen Hofanlage.

Bis die ersten Mieter an der Ecke Kranenweg/Estermannstraße in Graurheindorf einziehen können, werden noch gut anderthalb Jahre vergehen. Dennoch hat der neue Wohnkomplex "Mertenshof" am Mittwoch schon symbolisch eines seiner Herzstücke erhalten.

Investoren und Bauherrn setzten gemeinsam mit Bezirksbürgermeisterin Brigitta Poppe-Reiners einen Scheitelstein ein. Der Stein ist eine Nachbildung des Torbogensteins, der die Scheune des historischen "Mertenshofs" zierte. Der Originalstein aus dem Jahre 1886 soll später den Eingang der fertigen Wohnanlage an der Estermannstraße schmücken.

Auf dem Areal der ehemaligen Hofanlage der Familie Mertens und dem Nachbargrundstück bauen zwei.7 Real Estate Holding gemeinsam mit den Nachfahren der Familie Mertens einen Komplex mit 47 Mietwohnungen. Die Bornheimer Firma Cetana Wohnen fungiert als Generalübernehmer für das Projekt. "Wir wollen hochwertigen Wohnraum schaffen. Wir wollen aber auch, dass es bezahlbar bleibt", erklärte Jörg Hänscheid, Geschäftsführer von Zwei.7.

Insgesamt entstehen hier vier jeweils dreigeschossige Wohnhäuser mit Satteldach, die einen Innenhof umschließen. Die Anordnung nimmt so wieder Bezug auf die historische Bebauung. 36 Wohnungen übernimmt Zwei.7, elf verbleiben im Familienbesitz.  Geplant sind zum Großteil Drei-Zimmerwohnungen, aber auch Zwei- und Vierzimmerappartments mit einer Größe zwischen 50 und 110 Quadratmetern werden in dem Neubau untergebracht.

Unterhalb der vier Häuser wird eine Tiefgarage mit 40 Stellplätzen eingezogen. Zusätzlich wird es sieben Außenstellplätze geben. "Ich finde, das ist eine sehr gelungene Mischung", lobte Poppe-Reiners die Kooperation zwischen Investor und Nachfahren.

Für das Großprojekt mussten die Reste der alten Hofanlage weichen, die im 19. Jahrhundert gebaut und bis in die 1960er Jahre hinein betrieben wurde. Keine leichte Entscheidung für die Erben. Beim Abriss wurden neben dem Scheitelstein noch weitere Erinnerungsstücke verwahrt: "Jeder hat nun ein paar Backsteine im Keller", erzählte Nachfahre und Miteigentümer Andreas Velten.

Seit mehr als 200 Jahren sei die Familie Mertens, heute Velten, in Graurheindorf ansässig. Auch die Bezeichnung "Mertensgasse" gehe auf die Familie zurück. Im Herbst vergangenen Jahres begannen die Erdarbeiten für die Baustelle. Die Rheinnähe macht das Areal für Bewohner zwar sehr attraktiv, für die Arbeiter hat es aber auch ihre Tücken: Durch das andauernde Hochwasser im November verzögerte sich die Verlegung der Grundleitungen um mehrere Wochen.

Auch die Funde von Tonscherben aus dem späten Mittelalter brachten den Zeitplan durcheinander. Die ersten Mieter sollen Ende des kommenden Jahres einziehen können. "Wir haben schon konkrete Wohnanfragen erhalten", sagte Hänscheids Kollegin Karla Rethmann. 

Weitere Infos zum Projekt unter www.mertenshof-bonn.de