Pantheon Bonn

"Neues" Casino soll Glamour zurückbringen

Nackter Beton, gemütliche Sessel: Martina Steimer und Rainer Pause schätzen die Atmosphäre des Casinos.

BONN. Das Pantheon-Theater eröffnet am Mittwoch im Bonn-Center eine neue Bühne. In den Katakomben des Bonn-Centers hat Pantheon-Chef Rainer Pause zufällig ein wahres Schätzchen gefunden: Das Casino des ehemaligen Steigenberger Hotels.

Vor rund 22 Jahren ist es abgebrannt und fristete bis Anfang des Jahres unentdeckt sein Dasein. "Wir fanden den Raum ziemlich sauber vor, es gab keine feuchten Stellen, allerdings war es ein totaler Rohbau", erzählt Martina Steimer, künstlerische Leiterin des Pantheon.

"Wir wollten immer schon einen zusätzlichen Raum haben. Für viele Veranstaltungen ist das Theater zu klein, für andere zu groß", erklärt Steimer die Entscheidung, die rund 330 Quadratmeter große Räumlichkeit für das Pantheon zu nutzen. Bei bestuhlten Veranstaltungen finden 120 Personen im Casino Platz, bei unbestuhlten 199. In dem neuen Theater könne man nun auch "schräge Sachen" machen, die nur eine kleine Zuschauerzahl ansprechen.

"Das Casino ist eine tolle Chance für Newcomer, die sich hier ausprobieren können", erklärt Martina Steimer. Heute startet der reguläre Betrieb in der neuen Spielstätte mit dem "Comedy Apartment" mit Lars Hohlfeld, einer Reihe, die auf ungewöhnliche Orte und die Nähe zum Publikum setzt.

Mit viel Hingabe und Liebe zum Detail hat Steimer nicht nur eine gemütliche Atmosphäre geschaffen, sondern auch ein Stück der 60er und 70er Jahre wieder aufleben lassen. Geschickt hat die künstlerische Leiterin Originalelemente aus dem Casino, wie Toilettenkacheln oder Steinwände in ihr Konzept für die Einrichtung integriert.

Eine gemütliche, braune Ledercouch lädt direkt am Eingang zum Verweilen ein. Das Licht ist gedimmt, an der Wand hängen mehrere Bilder. Von der schweren Betondecke baumelt ein imposanter Leuchter mit bunt-leuchtenden Plastikkugeln. Daneben die dominierende Lüftungsanlage - es ist angenehm kühl. Der Raum ist sehr offen gestaltet. Von einem Steg aus kann man in Zuschauer- und Bühnenraum blicken.

"Ich habe sehr viel Spaß am designen und einrichten gehabt", erzählt Steimer und zeigt auf den schicken Tresen, der im Licht schimmert. Die Wände leuchten golden-rötlich, das liegt es an einer besonderen Tapete. "Ein bisschen Glamour kann ja nicht schaden", findet Steimer.