Zieht mehr Jugendliche an

Neuer Kunstrasen auf Sportplatz in Dransdorf eingeweiht

Zur Kunstraseneröffnung treten zwei Mädchenmannschaften des TuS Dransdorf gegeneinander an.

Zur Kunstraseneröffnung treten zwei Mädchenmannschaften des TuS Dransdorf gegeneinander an.

Dransdorf. Der FC Jawanan und der TuS 1910 spielen jetzt Fußball auf dem Kunstrasen. Rund 600.000 Euro hat das die Stadt Bonn gekostet, sagte Oberbürgermeister Ashok Sridharan bei der Eröffnung am Samstag.

Seit bekannt wurde, dass auf der Andreas-Schönmüller-Sportanlage ein Kunstrasenplatz entsteht, hat sich für den TuS 1910 Dransdorf, der dort spielt, viel getan. „In den letzen Monaten hat der Platz Leute angezogen“, sagte der Vereinsvorsitzende Manfred Jansen bei der offiziellen Einweihung des Kunstrasens am Samstag. „Wir haben für die neue Saison zwei bis drei Mädchen- und vier Juniorenmannschaften, außerdem zwei neue Seniorenmannschaften.“ Nachdem man zuvor ein Team auflösen musste, weil zu viele Spieler zu anderen Vereinen, die schon Kunstrasen bekommen hatten, abgewandert waren, sind das schöne Perspektiven für den Turn- und Sportverein, der im Multikulti-Stadtteil Dransdorf viel Integrationsarbeit leistet.

Auch der FC Jawanan Bonn kann sich über Zuwachs freuen. Der Verein, der besonders Geflüchteten eine Möglichkeit zur sportlichen Betätigung bietet, hat dem Vorsitzenden Safiulah Khaliqi zufolge schon eine Jugendmannschaft zusammen, die aber noch angemeldet werden muss. Und auch eine Mannschaft aus Flüchtlingsfrauen will er zusammenstellen, das Interesse daran sei vorhanden.

Seit Anfang 2017 spielt der Club in Dransdorf, zunächst auf Asche. „Damals sind viele Spiele ausgefallen“, so Khaliqi. „Bei Regen war der Platz unbespielbar, im Winter konnte man ihn ohnehin nicht nutzen. Jetzt kann man bei allen Wetterlagen spielen.“

FC Jawanan Bonn: Verein mit Flüchtlingen

Diese Regelmäßigkeit ist wichtig für die teils traumatisierten Flüchtlinge. „Der Verein bietet einfach Struktur, Austausch und Kontakt“, sagte Christiane Wellnitz, Therapeutin der evangelischen Beratungsstelle Bonn, die in der Betreuung traumatisierter Flüchtlinge eng mit dem FC Jawanan zusammenarbeitet. Das funktioniere in beide Richtungen: Der Verein schicke Menschen mit Beratungsbedarf zu ihr, sie vermittle wiederum Flüchtlinge an den Verein, der auch zwei ehrenamtliche Integrationsbeauftragte hat. „Das ist für uns total wertvoll.“

Neben dem FC Jawanan und dem Tus Dransdorf spielt der Verein Arriba Perú auf dem Platz. Die Anlage aus den 80er Jahren war in die Jahre gekommen. Zwischenzeitlich gab es einen Ausbau des Vereinsheims, den die Stadt mitfinanziert hatte, und eine Terrassenerweiterung in Eigenleistung des Vereins. Am Platz wurde nichts gemacht, der Umbau auch deshalb überfällig. Rund 600.000 Euro hat das die Stadt Bonn gekostet, sagte Oberbürgermeister Ashok Sridharan bei der Eröffnung. Darin enthalten ist auch die Ausbesserung der Beleuchtungsanlage. Die Laufbahn um den alten Aschenplatz herum ist nicht mehr da. Da aber die Andreas-Schönmüller-Anlage nicht für Schulsport genutzt werde, sei das verschmerzbar, meinte Jansen.

Sportplatz in Dransdorf: Schwierige Verhandlungen beim Umbau

Der Umbau sei nach schwierigen Verhandlungen gelungen, „weil Leute sich engagiert haben“, sagte Bezirksbürgermeisterin Brigitta Poppe-Reiners. Laut Jansen sah dieses Engagement vor allem so aus, dass man sich bei der Politik immer wieder ins Gespräch gebracht und sich bemüht habe, Trainer und Betreuer zu halten. „Man muss vernünftige Leute haben, die auch führen.“ Für die Stadt sei das ein Signal gewesen, dass der Verein den Kunstrasen wirklich will, erklärte der Vorsitzende. Darüber hinaus spielte der integrative Ansatz der Anlage für Poppe-Reiners eine große Rolle.

Sridharan und Jürgen Bachmann vom Fußballkreis Bonn wünschten den Vereinen, dass sie sich jetzt gut entwickeln. Khaliqi dankte der Stadt für die gute Unterstützung und hoffte auf ein friedliches Zusammenleben der Nationalitäten und Religionen auf dem Platz. Die Eröffnung wurde mit zwei Fußballspielen gefeiert. Auf dem Platz spielten zum einen die C- und die D-Jugend der Mädchenmannschaften des TuS Dransdorf und zum anderen zwei Teams des FC Jawanan gegeneinander.