Georg Divossen

Neuer Film "Et Jehöösch - on alles dröm eröm" fertiggestellt

Der Filmemacher und seine beiden Hauptdarsteller: (von links) Georg Divossen mit Liesel Lorscheidt und Heinz Linden vor dem Alten Rathaus.

BONN. Georg Divossen war sichtlich stolz, als er gestern seinen neuen Film "Et Jehöösch - on alles dröm eröm" erstmals der Öffentlichkeit präsentierte. Für den gebürtigen Beueler ist es schon der dritte Teil, den er für die Reihe "Rheinische Mundart - Bönnsche Tön" gedreht hat.

Aber: "Zum ersten Mal haben wir jetzt auch Spielsequenzen in den Film eingebaut", sagte der Filmemacher bei der Presse-Vorstellung seines neuesten Werks im Café Müller-Langhardt am Markt.

Hauptdarsteller in dem Streifen sind Liesel Lorscheidt und Heinz Linden. Die beiden 80-Jährigen sind ein eingespieltes Team und natürlich eingefleischte Bonner. "Es ist schade, dass so viele junge Leute gar kein Platt mehr sprechen", so Lorscheidt. Genau deswegen lag Georg Divossen sein Projekt der Rheinischen Mundart so am Herzen.

In seinem neuen Film gibt es neben den Spielsequenzen auch viele Interviews mit Zeitzeugen, die von ihrem Alltag erzählen. Wer das urige Bönnsch nicht versteht, das während des gesamten Films gesprochen wird, kann bei den Untertiteln auf Hochdeutsch mitlesen. "Dann interessieren sich auch junge Leute für den Film und bekommen vielleicht Lust, diesen Dialekt wieder aufleben zu lassen", hofft Divossen.

Im dritten Teil der Filmreihe geht es um rheinische Alltagsbegriffe aus Küche, Haus und Hof. Oder, wie der Bonner zu sagen pflegte, um "Et Jehöösch", die Wohnung mit allem drum und dran. Da gab es die "Fluhkess", das Bett, oder die "Joode Stuff", die gute Stube, das besondere Zimmer. Zum Frühstück wurde Brot mit Rübenkraut, "Röpekruck" gegessen, und samstags wusch sich die ganze Familie in der "Zinkbütt", der Badewanne. "Da hinein kamen erst die Kinder, dann die Erwachsenen. Und anschließend schmissen wir noch die Socken dazu", berichtet eine Zeitzeugin im Film.

Insgesamt befragte Divossen fast 50 Zeitzeugen. Für die Spielszenen arbeitete der Filmemacher neben Liesel Lorscheidt und Heinz Linden auch mit dem als Stadtführer bekannten "Nachtwächter" Karl Friedrich Schleier, der als Moderator durch den Film führt. Die Szenen sind dabei hauptsächlich im Fachwerkhäuschen des Beueler Heimatmuseums entstanden.

"Die Dreharbeiten waren teilweise ganz schön anstrengend", berichtete Linden. Trotzdem hätten alle Beteiligten viel Spaß gehabt. Über ein Jahr dauerte es, bis die auf 60 Minuten geschnittene Fassung fertig war. "Mir macht gerade auch die Arbeit mit Älteren Spaß, sie haben unglaublich Lust an so was", sagte Divossen, der bereits eine Fortsetzung der Reihe plant.

Die Premiere des Films "Et Jehöösch - on alles dröm eröm" von Georg Divossen findet am Donnerstag, 26. September, um 19.30 Uhr im Pfarrsaal Poppelsdorf, Sternenburgstraße 27, statt. Der Eintritt ist frei. Der Film ist außerdem ab sofort für 15,90 Euro im Handel erhältlich.