Sanierung in Bonn

Neuer Architekt verstärkt Beethoven-Baustelle

Redaktionstermin: Aktueller Stand der Sanierung der Beethovenhalle

Redaktionstermin: Aktueller Stand der Sanierung der Beethovenhalle

Bonn. Der Projektsteuerer für die Sanierung der Beethovenhalle verstärkt seine Präsenz auf der Baustelle. Die Firma Drees & Sommer heuert dafür offenbar zusätzlich einen Architekten aus Bonn an.

Der Projektsteuerer für die Sanierung der Beethovenhalle verstärkt seine Präsenz auf der Baustelle. Die Firma Drees & Sommer heuert dafür offenbar zusätzlich einen Architekten aus Bonn an. Das teilte Oberbürgermeister Ashok Sridharan nach GA-Informationen im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Ratssitzung mit.

Der OB hat wie berichtet die Verantwortung für die Sanierung übernommen, solange Stadtdirektor Wolfgang Fuchs nach einer Operation pausieren muss. Sridharan führt zudem die angekündigten Gespräche mit zwei Technikfirmen, die ihre Verträge für die Beethovenhalle gekündigt hatten, weil der Start der Arbeiten sich mehr als drei Monate verzögert hatte.

Die Unternehmen, darunter eine namhafte Firma aus Köln, sollten Raumluft-, Heizungs- und Kältetechnik sowie elektrotechnische Anlagen in die denkmalgeschützte Beethovenhalle einbauen. Ihre Kündigungen haben massive Folgen für die Kosten und die Sanierungsdauer, weil die Aufträge europaweit neu ausgeschrieben werden müssen. Außerdem verzögern sich damit in einer fatalen Kettenreaktion auch nachfolgende Gewerke, während die Baupreise immer stärker steigen.

Ganz neue Planung für Lüftungsanlagen

Die Gesamtkostenprognose der Stadt lag auch deshalb zuletzt bei 113 Millionen Euro. Ursprünglich geplant: 61,5 Millionen Euro. Die Fertigstellung verzögert sich nach aktuellem Stand bis 2022. Die Stadtverwaltung hat zudem mitgeteilt, dass weitere Kündigungen von anderen Unternehmen zu befürchten sind. Umso wichtiger wäre es, die beiden Gebäudetechnikfirmen wieder zurück auf die Baustelle zu holen. Einen Durchbruch konnte Sridharan hinter den verschlossenen Türen des Ratssaal allerdings noch nicht verkünden. Die Gespräche seien nicht einfach, berichtete er dem Vernehmen nach.

Unterdessen prüft die Stadt den neuen Terminplan, den das Berliner Architektenbüro Nieto Sobejano Mitte März vorgelegt hat. Die Stadt hatte dem Projektplaner, dem sie krassen Zeitverzug vorhält, eine letzte Frist gesetzt und mit Kündigung gedroht.

Eine ganz neue Planung muss für die Lüftungsanlagen im großen Saal her, weil das Dach für die künftige Last nicht tragfähig genug ist (der GA berichtete). Laut Presseamt hängt das Problem mit Brand- und Lärmschutzauflagen zusammen, die beim Gewicht wohl nicht eingerechnet waren. Die Kabeltrassen der Lüftung müssen zum Beispiel mit Brandschutzummantelungen versehen werden. Die Stadtverwaltung spricht von „planerischen Defiziten in der Vor- und Entwurfsplanung“.