Nach dem Bürgerentscheid

Neue Hoffnung für das Kurfürstenbad in Bad Godesberg?

Bonn/Bad Godesberg. In Bad Godesberg hofft man darauf, dass der Bürgerentscheid die Schließung des Kurfürstenbades noch einmal revidieren kann. OB Sridharan kündigte an, dass in der Bäderdiskussion alles auf Null gestellt werde.

Die Freude im Trinkpavillon in Bad Godesberg war groß, als endlich alle 33 Wahlbezirke ausgezählt waren: „Ja“ für den Baustopp des neuen Bades in Dottendorf. „Die Entscheidung ist ein Auftrag für unseren Verein, für die Eröffnung des Kurfürstenbads zu kämpfen“, sagte Joachim Schäfer, Vorstand des Vereins „Bürger.Bad. Godesberg“. Im Vorfeld hatte der Verein eine intensive Wahlkampagne geführt. „Mit einem harten Kern von etwa 20 Leuten haben wir Infobroschüren verteilt und das Gespräch mit den Bürgen in Bad Godesberg und auch in anderen Bezirken gesucht“, so Sabine Köhne-Kayser, ebenfalls im Vorstand des Vereins. Fast 50 Bürger hatten die Auszählung gemeinsam im Trinkpavillon live verfolgt. Das Ergebnis wurde mit Prosecco und Jubelgesängen gefeiert.

Inwieweit die Hoffnungen auf eine Wiedereröffnung des Kurfürstenbads unter den Godesbergern berechtigt sind, lässt sich derzeit nur schwer einschätzen. Bekanntlich war der vergangene Bürgerentscheid mit dem Ziel des Erhalts und der Sanierung des Kurfürstenbads gescheitert. Die Entscheidung ist bindend, dies allerdings nur bis April 2019. Theoretisch könnte der Stadtrat dann neue Fakten schaffen. Erste Wortmeldungen aus den Reihen der Koalition indes lassen nicht auf eine solche Kehrtwende schließen.

"Wieder alles auf Null"

Auch OB Ashok Sridharan verwies am Samstag auf die Bindungsfrist des Bürgerentscheids zum Kurfürstenbad und blieb ansonsten vorsichtig. Alles weitere müsse man gemeinsam erörtern, sagte er. Insgesamt stehe in der Bäderfrage „wieder alles auf null“, so Sridharan. Die Sanierung von Hardtbergbad und Beueler Bütt stünden aus seiner Sicht nicht zur Disposition. Allerdings seien die entsprechenden Ratsbeschlüsse im Gesamtzusammenhang zu sehen. Sein Vorschlag sei es, die beiden Bäder zu sanieren. „Wie wir dann weiter mit den anderen Bädern umgehen, müssen wir gemeinsam mit dem Stadtrat erörtern. Auch der neue Bürgerentscheid hat eine Bindungskraft von zwei Jahren.“

So lange will Sridharan mit der Suche nach neuen Wegen aber offenbar nicht warten. „Ich denke, es wäre jetzt fatal, zwei Jahre zu warten, die Hände in den Schoß zu legen und dann wieder von vorne anzufangen. Wir müssen jetzt überlegen: Wie gehen wir mit der Situation um?“

Natürlich sei er enttäuscht, so Sridharan. „Ich habe im Wahlkampf um das Oberbürgermeisteramt für den Standort Wasserland geworben. Ich hätte mir eine andere Entscheidung gewünscht, aber wir leben in einer Demokratie, und die Bürger haben mehrheitlich entschieden. Jetzt müssen wir sehen, wie wir das Badeangebot sicherstellen“. Bei drei Worten beließ es zunächst die Initiative „Kurfürstenbad bleibt“. Auf ihrer Internetseite hieß es nur: „Wir haben gewonnen!“