ZeSaBo e.V.

Neue Halle für das Zentrallager Sachspenden Bonn

Jan Erik Meyer, Geschäftsführer des Zentrallagers Sachspenden, in der neuen Halle an der Endenicher Straße.

Jan Erik Meyer, Geschäftsführer des Zentrallagers Sachspenden, in der neuen Halle an der Endenicher Straße.

Bonn. Der Bonner Verein ZeSaBo e.V. zieht in das ehemalige Gebäude von Teppich Frick an der Endenicher Straße. Die Stadt zahlt zwei Jahre lang einen Mietzuschuss.

Noch wirkt der 1500 Quadratmeter große Raum kahl und trist. Die Scheiben sind abgeklebt, in einer Ecke stehen Farbeimer, in der anderen eine Leiter. Nur ein kleines Schild an der Tür verrät, was den Lagerraum künftig füllen wird. Nach achtmonatigem Bangen und mehr schlechten als rechten Aussichten hat das Zentrallager Sachspenden Bonn (ZeSaBo e.V.) wider erwarten einen neuen Standort gefunden. An der Endenicher Straße 95, wo früher Teppich Frick beheimatet war, wird das Zentrallager seine Tore bald wieder öffnen. "Wann genau Eröffnung ist, steht noch nicht fest", so Jan Erik Meyer, Geschäftsführer und Betriebsleiter des ZeSaBo. "Wir rechnen aber damit, dass wir schon jetzt im März mit den Aufbauarbeiten beginnen können."

Bis zuletzt war die Zukunft des Zentralen Sachspendenlagers ungewiss. Der Mietvertrag der Post mit dem Eigentümer des Areals zwischen Vorgebirgsstraße, Kaiser-Karl-Ring und Dorotheenstraße in der Nordstadt, wo das Lager zuvor angesiedelt war, lief Ende Juni vergangenen Jahres aus. Die Post hatte die Hallen für das gemeinsam mit der Stadt Bonn, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der katholischen St. Petrusgemeinde getragene Hilfsprojekt kostenlos bereitgestellt.

Zunächst war ein Umzug in ein Gebäude an der Hohe Straße in Tannenbusch angedacht. Der Kirchenvorstand von Sankt Petrus plante aber das Sachspendenlager in ein vom Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) geplantes neues Sozialkaufhaus umzuwandeln. Das lehnten die ehrenamtlichen Mitarbeiter jedoch ab. "Das ist mit der Arbeit im ZeSaBo nicht zu vergleichen", sagt Jan Erik Meyer.

Stadt zahlt Mietzuschuss

Das Zentrallager war im März 2016 im Zuge der Flüchtlingswelle eingerichtet worden. Doch auch nach dem Abebben des Flüchtlingszuzugs ist das Zentrallager gefragt. "Wir sind ein Logistikzentrum", sagt Meyer. "Wir nehmen Fehl- und Überproduktion, Spenden und ausrangierte Reklamationsware an, prüfen, sortieren und lagern sie." Institutionelle und private Abnehmer können diese Ware dann bedarfsgerecht abholen und an Hilfsbedürftige verteilen. Zu Hochzeiten wurden rund 5500 Warenstücke pro Woche ausgegeben.

Kleidung, Drogerieartikel oder auch Küchenutensilien werden künftig in den unzähligen Regalen lagern. "Als im Juni das Projekt auf Eis gelegt werden musste, hat die Stadt unser Inventar eingelagert. Bald können wir endlich unsere Tische und die kilometerlangen Regalböden abholen", sagt Meyer. Bei aller Vorfreude bringt das neue Konzept des Vereins auch anspruchsvolle Aufgabenfelder mit sich. "Wir als ZeSaBo sind nun Mieter und Betreiber", so Meyer. Im September vergangenen Jahres hatte die SPD-Ratsfraktion beantragt, dass das Zentrallager weiterhin über einen Mietzuschuss finanziert werden soll.

Über eine offizielle Anschubfinanzierung erhält der Verein nun zwei Jahre einen Mietzuschuss. Die laufenden Kosten muss er selbst tragen. "Wir sind zwar zuversichtlich, dass wir in zwei Jahren die Kosten tragen können, aber dafür suchen wir Fördermitglieder", sagt Meyer. Jede Spende helfe dem Verein auf seinem Weg von einem kurzweiligen zu einem dauerhaften Projekt. "Bonn ist in der Lage, das zu schaffen", so der Geschäftsführer.

ZeSaBo hat für die Zukunft große Pläne: Der Verein will die Präsenz in sozialen Netzwerken stärken, Aktionstage veranstalten und eine "Hall of Fame" für die Betriebe einrichten, die den Verein unterstützen. "Wir möchten den Unternehmen die Möglichkeit geben, ihr soziales Engagement zu präsentieren", sagt Meyer. Der Geschäftsführer ist zuversichtlich, dass die Übertragung des sozialen Projektes in ein wirtschaftliches funktioniert. Dann können auch in den kommenden zwei Jahren die 35 Mitarbeiter wieder rund 17 000 Ehrenamtsstunden für den guten Zweck investieren.