Münster-Haus

Neue Geschäfte hinter historischer Fassade

BONN. Die Investoren und 180 Gäste feierten Richtfest im Münster-Haus. Im Herbst sollen die Mieter einziehen und so noch das Weihnachtsgeschäft mitnehmen können. Rund die Hälfte des historischen Gebäudes wird durch Geschäfte belegt.

Obwohl das Münster-Haus noch im Rohbau steht, ist es von innen imposant. In den zehn Meter hohen Räumen des Erdgeschosses feierten am Donnerstag 180 Gäste das Richtfest des Bauwerks. Ab jetzt wird damit begonnen, die Haustechnik zu installieren. Bis zum Herbst sollen die Räume bezugsfertig sein.

Ziel ist das Weihnachtsgeschäft

"Ziel ist ganz klar, den Einzelhändlern noch das Weihnachtsgeschäft zu ermöglichen", sagte Ralf Bettges vom Investor Development Partner AG aus Düsseldorf. 2650 der insgesamt etwa 5000 Quadratmeter Mietfläche entfallen auf Geschäfte im Unter-, Erd- und ersten Obergeschoss. Der größte Raum ist der zum Münsterplatz hin.

"Wir haben sehr flexibel gestaltet, so dass wir ihn auch unterteilen können", erklärte Bettges. Allerdings sei es meist der Wunsch der Einzelhändler, eine möglichst freie Fläche ohne störende Säulen oder Wände zu bewirtschaften, um keine "toten Bereiche" zu haben. Zu den Mietern wollte sich Bettges noch nicht äußern. Nur so viel: Alle Einzelhandelsflächen sind vermietet.

Einige Büroräume sind noch frei

Fest steht auch, dass die Commerzbank wieder mehrere Etagen beziehen wird. "Es ist weniger als vor dem Umbau, dafür wird der Platz effektiver genutzt", sagte Nicole Höhr, Geschäftsführerin des Neusser Projektentwicklers Coinel Development. Die Bank wird neben der Geschäftsstelle im Erdgeschoss Büros in Teilen des ersten und zweiten Stocks haben. Das dritte und vierte Obergeschoss werden sogar komplett vom Finanzdienstleister genutzt. Einige Büroräume sind noch frei.

Der Denkmalschutz sei laut Höhr die ganze Bauzeit über eine Herausforderung gewesen, nun aber größtenteils geklärt. Die Fassade wurde so wiederhergestellt, wie sie bei der letzten Sanierung vorgefunden wurde. Denn schon in den 1970er Jahren hatte man das Münster- Haus umgebaut und in die Lücke zur Gangolfstraße hin, die man zuletzt bei den Abrissarbeiten wieder sehen konnte, neue Steine gesetzt. "Diesen anderen Baustil wird man auch zukünftig an Steinen und den unterschiedlichen Fenstern erkennen", erläuterte Höhr. Die historische Treppe, die mehrfach in Medienberichten auftauchte, sei schon vor Jahrzehnten abgerissen worden.