Adelige Vergangenheit

Neue Ausstellung in Stadtteilbibliothek Dottendorf

Besucher sichten die Ausstellung von Ortrud Wichmann in der Stadtteilbibliothek Dottendorf.

Besucher sichten die Ausstellung von Ortrud Wichmann in der Stadtteilbibliothek Dottendorf.

Dottendorf. Von der fränkischen Besiedlung bis zur Venusberg-Seilbahn durch Dottendorf ist es nur ein Katzensprung – zumindest in der Ausstellung, die am Dienstag in der Stadtteilbibliothek eröffnet wurde.

In einer Ecke des großen Leseraums ist an Stellwänden die Geschichte des Stadtteils vor den Besuchern ausgebreitet. Zusammengestellt hat das alles Ortrud Wichmann, früher Lehrerin an der Montessori-Schule.

Sie erzählt in Bildern, Dokumenten und Info-Texten den Werdegang Dottendorfs von der Römerzeit über die Epoche der fränkischen Bauern, die ihre Äcker dem Cassius-Stift schenkten, um sie von diesem als Lehen zurückzuerhalten, bis zur ersten urkundlichen Erwähnung des Namens anno 804. Auch Theorien über die Namensgebung werden aufgezeigt – wie so oft, ist man sich auch hier nicht einig, ob sie sich von dem fränkischen Adligen Doto oder dem lateinischen Wort „dotis“ für „Abgabe“ herleitet.

Die erste Erwähnung einer Kirche in Dottendorf, der Sitz einer kirchlichen Gerichtsbarkeit, der Einfluss der Kurfürsten, die französische Verwaltung, die das Cassius-Stift auflöste und die Bauern plötzlich sich selbst überließ, und die Eingemeindung nach Bonn im Jahr 1904 sind ebenfalls Stationen. Wissenswertes über die Gründung des Dottendorfer Gesangvereins 1869, über Fachwerkhäuser, einzelne Persönlichkeiten – wie den Erfinder Carl Baunscheidt, der die Burg in Dottendorf erwarb und den Ort als „Idylle, wie nur die Natur selbst sie dichtet“ beschrieb – und die Dorfentwicklung ab 1949 runden das Ganze ab. Auch Infos zur Venusberg-Seilbahn und das Kombibad findet man dort.

Ortrud Wichmann und ihr Mann Karl haben die Ausstellung aus einer früheren zusammengestellt, die der damalige Ortsausschuss und die Montessorischule im Rahmen des Bonner 2000-jährigen Stadtjubiläums erstellt hatte. Dafür hatten Eltern und Großeltern der Schüler viele Bilder und Geschichten, Zeitungsberichte und Schulzeugnisse beigesteuert. Viele andere Quellen rundeten das Ganze ab. Die jetzige Ausstellung wurde vom Förderverein KultimO der Stadtteilbibliothek organisiert. Karl Wichmann gab eine ausführliche Einleitung. Zu sehen ist sie bis zum 8. Juni zu den Öffnungszeiten der Stadtteilbibliothek, Dottendorfer Straße 41. Und sie ist noch erweiterbar: Die Wichmanns riefen dazu auf, alte Bilder, Dokumente, Briefe und Sonstiges an sie weiterzugeben.