Stadtbahnhaltestelle Robert-Kirchhoff-Straße

Neue Überwege mit Schranken

Für den Umbau der Stadtbahnhaltestelle "Robert-Kirchhoff-Straße" haben die Vorbereitungen begonnen.

Für den Umbau der Stadtbahnhaltestelle "Robert-Kirchhoff-Straße" haben die Vorbereitungen begonnen.

Dransdorf. Die Bauarbeiten an der Stadtbahnhaltestelle Robert-Kirchhoff-Straße haben begonnen. Rollstuhlfahrer werden künftig kein Hindernis mehr haben, weil sie ebenerdig zur Haltestelle gelangen können.

Bagger auf Schienen: Ein Spezialfahrzeug war am Freitag an der Stadtbahnhaltestelle „Robert-Kirchhoff-Straße“ im Einsatz, um das Material für die künftige Baustelle auf den Bahndamm zu hieven. Wenn alles glatt läuft und der Frost keinen Strich durch die Rechnung macht, ist die Station in gut einem halben Jahr behindertengerecht. Dafür werden zwei Übergänge mit Schranken errichtet.

Erst einmal mag es logischer klingen, von der bestehenden Fußgängerbrücke einen Aufzug auf den Bahnsteig zu bauen – ähnlich wie an der Station „Tannenbusch-Süd“. Doch „das ist nicht wirklich barrierefrei“, sagt Tiefbauamtsleiter Peter Esch – was auch die Behindertengemeinschaft, die zu allen Plänen ihren Segen geben muss, so sieht. Denn wenn der Lift mal nicht funktioniert, sind zum Beispiel Fahrgäste im Rollstuhl nach dem Ausstieg auf dem Bahnsteig gefangen und müssen auf den nächsten Zug warten.

Zusätzlich wäre es nötig, neben dem Aufzug zwei Rampen auf die Brücke zu bauen. Alles in allem laut Esch teurer als die jetzige Lösung, die am Boden bleibt und im Rohbau trotzdem 800.000 Euro verschlingt. Noch mal rund 400.000 Euro fließen dann in die Zugsicherung, wozu neue Signale gehören. Damit längst bewilligte Fördergelder nicht verfallen, ist der Dransdorfer Haltepunkt jetzt schon dran, wobei Buschdorf erst einmal das Nachsehen hat (siehe Infotext). Die Pläne:

Der Bahnsteig

Zunächst einmal wird er um zehn Meter in Richtung Dransdorf verlängert. „Eine Investition in die Zukunft. Es könnten später ja mal längere Bahnen eingesetzt werden“, sagt Esch. Eine nachträgliche Erweiterung des Bahnsteigs sei richtig teuer. Die lange Treppe wird auch in Zukunft bestehen bleiben. Damit ebenfalls die Brücke, die allerdings saniert und damit schöner werden soll.

Die Wege

Die Fahrgäste können die Züge später auch direkt vom Bendenweg aus erreichen. Dafür wird ein beschrankter Übergang zum Mittelbahnsteig gebaut. Doch wie kommen die Fahrgäste von der andern Seite des Bahndamms – Auf der Koppel – zur Linie 18? Dafür wird ein paar Meter weiter ein zweiter Übergang mit Schranken gebaut, der über beide Gleisstränge verläuft. Laut Esch liegt er deshalb ein gutes Stück weg, weil an der Haltestelle noch eine Bremstest-Strecke der Stadtwerke Bonn liegt, die nicht angerührt werden darf.

Das System - Es gibt eine Hürde

Die Überwege und Zugänge können nicht ebenerdig gebaut werden, weil die Bahngleise tiefer als die angrenzenden Straßen liegen. Wer also vom Bahnsteig zum Bendenweg will, muss erst einmal eine Rampe hinunter, dann über die Gleise und eine andere wieder zur Straße hinauf. Wer gut zu Fuß ist, kann eine kleine Treppe nutzen. Um ein paar Meter weiter auf die komplett andere Seite zu kommen, geht es entsprechend wieder eine Rampe oder Treppe hinab und dann über die Schienen. Die Rampe Auf der Koppel verläuft dann nicht gerade, sondern über Eck. Im Dunkeln ist der Weg künftig auch beleuchtet.

Letztlich werden ab voraussichtlich Mai 2017 die Bahnen aus Richtung Justus-von-Liebig-Straße und aus dem Wohngebiet an der Siemensstraße leichter zu erreichen sein. So ist Verkehrsexperte Rolf Beu von den Grünen von den Umbauplänen begeistert. Dabei denkt er daran, dass neben Passanten künftig auch Radfahrer die Gleise leicht überqueren können.