WCCB-Skandal

Naujoks bleibt im Visier des Staatsanwalts

BONN. Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt nach wie vor gegen den ehemaligen städtischen Gebäudemanager Friedhelm Naujoks wegen schweren Betrugsverdachts im Zuge des WCCB-Bauskandals. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Fred Apostel am Montag auf GA-Nachfrage.

Eingestellt wurden lediglich die bereits seit mehreren Jahren laufenden Ermittlungen gegen Naujoks und mehrere städtische Mitarbeiter, denen unter anderem Baugefährdung in der Aula des Konrad-Adenauer-Gymnasiums sowie ein Verstoß gegen die Trinkwasserverordnung (Legionellen) vorgeworfen wurden war.

Anzeigen erstattet hatte der Architekt Peter Riemann, der, wie er dem GA bestätigte, Widerspruch gegen die Einstellung dieser Verfahren eingelegt hat. Im Verfahren um die Trinkwasserverordnung ging um den Ankauf und Einbau von untauglichen Anlagen zur Legionellenbekämpfung für insgesamt rund 50.000 Euro an Schulen. Neben den Ermittlern war auch das städtische Rechnungsprüfungsamt (RPA) den Vorwürfen zur Legionellen-Anlage nachgegangen und hatte in seinem Ende vorigen Jahres vorgelegten Prüfbericht eine "Reihe von Verstößen" festgestellt.

Der Rat forderte daraufhin OB Jürgen Nimptsch auf, Naujoks zu kündigen. Der OB entließ den Ex-Gebäudemanager dann Ende Januar. Im März sehen sich die Parteien im Arbeitsgericht wieder. Schon einmal, vor fast zwei Jahren, hatte die Ratsmehrheit im Zusammenhang mit dem WCCB-Skandal die Kündigung Naujoks gefordert. Der OB beließ es bei einer Entmachtung Naujoks als SGB-Chef.