Auswirkungen auf die Umwelt

Naturschützer warnen vor Folgen des Wasserland-Bads

So sieht das Modell des Wasserlandes mit Umgebung aus.

So sieht das Modell des Wasserlandes mit Umgebung aus.

Bonn. Der Bonner Naturschutzbeirat warnt bei einem Bau des neuen Schwimmbads in Dottendorf vor den Folgen für die Umwelt. Die Naturschützer haben massive Bedenken auf die Auswirkungen für Vögel und Biotope.

Der Bonner Naturschutzbeirat hat massive Bedenken gegen das geplante Hallenbad in Dottendorf. Das Grundstück am Heizkraftwerk Süd gehöre fast vollständig zur Biotopverbundfläche „Grünflächen der Bonner Innenstadt“, heißt es in einer Stellungnahme des Gremiums, das den Stadtrat beraten soll. Betroffen seien insbesondere zwei schutzwürdige Biotope.

Der Naturschutzbeirat widerspricht der städtischen Aussage, das Bauprojekt werde die Population der dort beobachteten Vogelarten nicht beeinträchtigen. Arten wie Dompfaff, Haussperling, Klappergrasmücke oder Nachtigall seien zwar bundesweit nicht als gefährdet eingestuft, wohl aber teilweise in NRW. Die Vögel, so der Beirat, würden in der Umgebung nicht genug Ausweichmöglichkeiten finden.

Parkhaus statt Parkplatz vorgeschlagen

Auch dass die Stadtwerke einen Großteil des Badgeländes als Liegewiese planen, tröstet die Naturschützer keineswegs. Die habe „einen anderen Biotopwert als ein ungestörter Bestand mit alten Bäumen“, heißt es in der Stellungnahme. Konkret regt der Beirat zum Beispiel an, das Dach des Wasserland-Bades zu begrünen. Das würde Dachabflusswässer und kleinklimatische Auswirkungen des Projekts mindern. Statt eines großen Parkplatzes schlägt der Beirat ein Parkhaus vor, um möglichst wenig Fläche zu versiegeln. Grundsätzlich verweist er darauf, dass der Neubau nicht zwingend sei, sondern stattdessen auch das Kurfürsten- und das Frankenbad saniert werden könnten.

Die Stellungnahme hat der Naturschutzbeirat im Zusammenhang mit der Änderung des Flächennutzungsplans abgegeben. Um Baurecht schaffen zu können, muss das Gelände an der Christian-Miesen-Straße zur Sonderbaufläche für Freizeit und Erholung deklariert werden. Im Planungsausschuss hat die Ratskoalition diese Änderung im Februar bereits gegen die Oppositionsfraktionen durchgesetzt. Eine endgültige Entscheidung steht in der nächsten Ratssitzung am 20. März an. Laut Ratsbeschluss sollen die Stadtwerke das Bad bauen und betreiben. Mit einer Fertigstellung wird im Jahr 2021 gerechnet.