Mahnwache in der Innenstadt verläuft friedlich

Nach einer Stunde war alles vorbei

Gegendemonstranten und Polizeibeamte auf dem Bonner Markplatz. Der Anlass: An der Ecke Wenzelgasse/Brüdergasse hatten fünf Pro-NRW-Aktivisten einen Infostand aufgebaut.

Gegendemonstranten und Polizeibeamte auf dem Bonner Markplatz. Der Anlass: An der Ecke Wenzelgasse/Brüdergasse hatten fünf Pro-NRW-Aktivisten einen Infostand aufgebaut.

Bonn. Friedlich ist am Freitag eine Mahnwache von Pro NRW gegen "Asylmissbrauch" in der Bonner Innenstadt verlaufen. Das Bündnis "Bonn bleibt bunt" hatte zu einer Gegenkundgebung aufgerufen, an der nach Schätzung der Veranstalter rund 500 Demonstranten teilnahmen. Die Polizei sprach von rund 250 Teilnehmern.

Gut eine Stunde bevor kurz nach 17 Uhr etwa fünf Mitglieder von Pro NRW - darunter der Stadtverordnete Christopher von Mengersen und Melanie Dittmer, ehemalige Bogida-Initiatorin - an der Ecke Wenzelgasse/Brüdergasse ihren Stand aufbauten, hatten sich bereits zahlreiche Gegendemonstranten vor dem Alten Rathaus versammelt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot auf dem Marktplatz und in den umliegenden Straßen vertreten. Das Bündnis hatte Polizeisprecherin Daniela Lindemann zufolge lediglich eine Standkundgebung angemeldet. Die Demonstranten durfte also den Platz vor dem Rathaus nicht verlassen.

Als sich dennoch eine größere Gruppe von den Demonstranten abspaltete und in Richtung Wenzelgasse vorrückte, heizte sich die Stimmung spürbar auf. Die Polizei riegelte sofort mit Mannschaftswagen den Zugweg zur Wenzelgasse ab. Aus Sicherheitsgründen abgesperrt wurden zeitweise auch die Zugänge zur Wenzel- und Brüdergasse in Richtung Marktplatz.

Die Passanten mussten während der Kundgebung, die knapp eine Stunde dauerte, kleinere Umwege in Kauf nehmen. Mitveranstalter und Linken-Ratsherr Jürgen Repschläger rechtfertigte die Kundgebung trotz der kleinen Pro-NRW-Gruppe: "Die Geschichte hat gezeigt, dass man den Anfängen wehren muss", sagte er.

Einige Markthändler zeigten sich unangenehm überrascht über die Demonstration und das große Polizeiaufgebot: "Uns hat niemand Bescheid gesagt", kritisierte einer von ihnen, "was ist denn, wenn hier doch etwas passiert wäre?". Er hätte lieber seinen Stand rechtzeitig abgebaut, hätte er davon erfahren.

Auch in Meckenheim und Königswinter sorgten Pro-NRW-Stände gestern Nachmittag für Großeinsätze der Polizei. In der Drachenfelsstadt gingen 50 Gegendemonstranten auf die Straße, in Meckenheim waren es 150. Insgesamt waren in den beiden Städten rund 120 Polizeibeamte im Einsatz.