Grabkleidung für Stillgeburten

Nähen für die Regenbogenkinder

Bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit: Stefanie Brokmann und Stephanie Schneider sortieren die Stoffe.

Bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit: Stefanie Brokmann und Stephanie Schneider sortieren die Stoffe.

Bonn. Ehrenamtliche fertigen Grabkleidung für Stillgeburten. Für ihre Treffen sucht die Gruppe „Nähen für Regenbogenkinder und Frühchen“ jedoch einen Raum.

„Das Schlimmste, was Eltern passieren kann, ist, ihr Kind zu verlieren. Ihnen wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, das ist unser Ziel“, sagt Stefanie Brokmann. Seit zwei Jahren ist die Bonnerin Mitglied der Gruppe „Nähen für Regenbogenkinder und Frühchen“. Die Mitglieder kommen aus ganz Deutschland, manche sogar aus Österreich. Gemeinsam nähen sie Kleidung, Abschiedskörbchen und Erinnerungsstücke für Eltern, die ihr Kind durch Fehl- oder Totgeburt verloren haben.

Die Gruppe wurde 2014 von Diana Reuter auf Facebook ins Leben gerufen. Brokmann stieß vor zwei Jahren auf die Gruppe, als sie wie jedes Jahr im Dezember um ihr vor 31 Jahren still geborenes Kind trauerte. Wenn Stillgeburten in schöne, bunte Kleider gewickelt werden, erleichtere es die Trauer, so Brokmann. Allerdings gebe es für die Kleinsten oft keine Kleidung zu kaufen, und sie würden lieblos in einer Decke eingeschlagen beerdigt. Die Beerdigung von derart kleinen Kindern mit einem Gewicht von unter 500 Gramm ist in Deutschland seit 2013 möglich.

Um den Eltern den Abschied zu erleichtern, nähen die rund 1000 Gruppenmitglieder kleine Kleider und sogenannte Storchenbeutel. Dafür verwenden sie eigene Stoffreste, aber auch Brautkleider aus Privatspenden und Stoffspenden von Firmen. Die fertigen Kleider liefern sie an Krankenhäuser, Bestattungsfirmen und an betroffene Eltern. Erst vor Kurzem hat Brokmann selbst genähte Kleidung bei einer Bestatterin in Graurheindorf abgegeben, die erleichtert darüber war, auch etwas für die Kleinsten zu haben.

In Bonn und Umgebung nähen etwa 20 Menschen für die Gruppe, schätzt Brokmann. Persönlich kenne sie nicht alle, die meisten organisatorischen Dinge würden per Facebook und Telefon geklärt. Das würde sie mit regelmäßigen Nähtreffen gerne ändern, bei denen dann auch die eine oder andere Nähfachfrage gemeinsam geklärt werden könnte. Allerdings braucht sie dafür einen Raum, möglichst kostenlos. Sie hat bereits zahlreiche Kirchen und Vereine angeschrieben, bisher aber keine Rückmeldungen erhalten.

„Dabei sind wir unkompliziert, wir brauchen nur einen Raum mit Steckdosen für die Nähmaschinen“, so Stefanie Brokmann und schaut neidisch nach Bremen, wo derartige Treffen bereits abgehalten werden. „So etwas muss doch auch im Bonner Raum möglich sein“, meint sie.

Wer einen passenden Raum zur Verfügung stellen kann, kann sich per E-Mail an steffibrokmann@outlook.de bei der Bonnerin melden.