Hardbergbad in Bonn-Duisdorf

Nächstes Hallenbad in Bonn geschlossen

Bonn. Die Stadt Bonn hat am Montag die Schwimmhalle des Hardtbergbads in Duisdorf aus Sicherheitsgründen geschlossen. Wann wieder geöffnet werden kann, ist noch unklar. Das Freibad bleibt geöffnet.

Im Hardtbergbad in Duisdorf ist am vergangenen Sonntag die Abdeckung einer Deckenlampe heruntergefallen. Die Stadt bestätigte auf Anfrage, dass sie das Bad aus Sicherheitsgründen vorerst geschlossen habe. Da der Vorfall außerhalb der Öffnungszeiten geschehen ist, wurde niemand verletzt. Eine Elektronikfirma überprüft seit Montag sämtliche Deckenlampen. Derzeit sei noch nicht absehbar, wie lange das Hallenbad dicht bleibe. „Grundsätzlich soll die Halle des Hardtbergbads, wie bereits berichtet, für den Schul- und Vereinsbetrieb bis 3. August zu den Betriebszeiten des Freibades geöffnet bleiben“, sagte Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann. Glück im Unglück: Da das zugehörige Freibad seit dem 18. Mai geöffnet ist, steht das Hallenbad der Öffentlichkeit ohnehin nicht mehr zur Verfügung. Das Freibad ist von der Schließung nicht betroffen.

Der SC Hardtberg hat dagegen seine Mannschaften informiert, dass viele Trainingseinheiten vorerst ausfallen. „Wir hoffen natürlich, dass die Schäden schnell repariert sind“, sagte Gisela Grasso aus der Geschäftsstelle des Schwimmclubs am Montag. Der Verein muss vorerst mit zwei Bahnen im Außenbereich vorlieb nehmen. Der SC Hardtberg ist doppelt getroffen, weil seit vergangenem November auch das Lehrschwimmbecken in der Derletalschule geschlossen ist – hauptsächlich wegen poröser Dehnungsfugen.

Auf die beiden Außenbahnen des Hardtbergbads beschränken sich derzeit auch Schulen wie die Gemeinschaftsgrundschule Medinghoven (GGS). Die Nichtschwimmer unter den Drittklässlern, die im Lehrbecken der Derletalschule das Schwimmen erlernen sollen, haben seit der Schließung keinen Unterricht, berichtete Konrektorin Laura Trevisany. Die Schwimmer unter ihnen nutzten gemeinsam mit den Viertklässlern das Hardtbergbad. „Zurzeit haben wir wenigstens Glück mit dem Wetter, aber die Situation ist alles andere als optimal“, sagte Trevisany.

 

Dieser Satz gilt für weitere Teile der Bonner Bäderlandschaft. Die Sanierungsbedürftigkeit des Kurfürstenbades in Bad Godesberg hat 2016 zur Schließung geführt. Der Stadtrat hat beschlossen, dieses Bad nicht wieder zu öffnen. Die Entscheidung steht im Zusammenhang mit dem Beschluss, ein neues Wasserlandbad in Dottendorf bauen zu wollen, mit dessen Fertigstellung auch die Schließung des Frankenbads in der Altstadt verbunden wäre. Ob es tatsächlich zum umstrittenen Neubau kommt, ist abhängig vom Ausgang eines Bürgerentscheids. Außerdem ist das Schulbad des Konrad-Adenauer-Gymnasiums seit Januar zu, weil die Filteranlage defekt ist. Wie lange die Sanierungen der beiden geschlossenen Lehrschwimmbecken dauern wird, kann die Stadt nicht sagen.

Nach bisheriger Beschlusslage hat die Bonner Politik Geld für die Sanierungen von Hardtbergbad (Kosten etwa zehn bis 13 Millionen Euro) und Beueler Bütt (rund zehn Millionen) freigegeben. Dieser Beschluss ist auch nicht direkt an den Bau eines neuen Bades gekoppelt. Die Planungen für das Hardtbergbad laufen, die Beueler Bütt soll im Herbst wieder öffnen, so die Stadt. Die große Sanierung ist zu einem späteren Zeitpunkt geplant.

Die SPD-Stadtverordnete Gabi Mayer hält die Schließung aus Sicherheitsgründen für angebracht, kritisiert aber dennoch die Stadt: „Das eigentliche Problem ist, dass die Ratsmehrheit samt verantwortlichem Oberbürgermeister die vorhandenen Bäder kaputtspart, um den Neubau des Zentralbades durchzusetzen.“ Immer weniger Schüler lernten anständig schwimmen. CDU-Mann Christos Katzidis weist dagegen darauf hin, dass die Politik ein Bäderkonzept samt einem Neubau beschlossen habe.