Krabbeltiere und Stabheuschrecken

Museumsmeilenfest in Bonn ist zu Ende

Die Kinder suchen Plättchen mit Abbildungen von Bachtieren, um daraus Buttons zu machen.

Die Kinder suchen Plättchen mit Abbildungen von Bachtieren, um daraus Buttons zu machen.

Bonn. Das Museumsmeilenfest war am letzten Tag noch mal richtig gut besucht. Im Park vom Museum Koenig herrschte reger Betrieb.

Mit einer Mischung aus Faszination und Scheu betrachtete die kleine Besucherin des Museums Koenig den Tausendfüßler, der so lang und fast so dick wie ihr Unterarm war. Er zog es aber vor, diesen nicht zu erkrabbeln, sondern blieb auf der Hand des Museumsmitarbeiters – worüber das Mädchen wohl auch nicht unglücklich war.

Krabbeltiere, Stabheuschrecken, Schildkröten oder Gelbbauchunken auf die Hand nehmen oder berühren zu können, war für viele Kinder die größte der Attraktionen, die ihnen am letzten Tag des Museumsmeilenfestes im Museum Koenig geboten wurden. Dieses hatte schon am Samstagnachmittag seinen Park für ein Live-Musik-Programm bis in den späten Abend geöffnet, und am Sonntag waren dort viele Stände aufgebaut, an denen es etwas zu lernen oder zu erleben gab.

Zum Oberthema „Leben im Fluss“ war zum Beispiel ein kleiner Bachlauf mit Kieselsteinen aufgebaut, zwischen denen die Kinder Plättchen mit Abbildungen von Flusstierchen finden konnten. Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde zeigte Amphibien und Reptilien vom Frosch bis zur Schlange. Eine Besucherin freute sich über eine Schoko-Praline, die ihr Konstanze Stumpf und Aiga Müller am Stand des Schokoladenmuseums kredenzte. Die Kölner Einrichtung ist schon seit Jahren auf dem Fest vertreten, und in diesem Jahr gebe es durch die neue Tropen-Ausstellung auch einen direkten Bezug zum Museum. „Wenn man eine Tafel Schokolade kauft, denkt man nicht an die Tropen“, sagte Müller. „Aber Kakao ist ja ein tropisches Gewächs.“ Ein faszinierendes noch dazu, mit Früchten, die direkt am Stamm wachsen.

All diese Stationen gingen auch Sophie und ihr Bruder ab. Die Achtjährige hatte auch schon das Museum durchstreift und sich in der Spinnen-Sonderausstellung von Kurator Dieter Scholz die größte Spinne der Welt zeigen lassen. Angst davor habe sie nicht. „Das war interessant.“ Am besten finde sie den Savannenbereich. „Das liegt daran, dass wir vor drei Jahren in Afrika waren und die Tiere in Natur gesehen haben“, erkläre ihr Vater Benjamin Grote.

Die Familie aus Essen besucht das Museum Koenig regelmäßig. „Es ist schön, die großen Kinderaugen vor den Vitrinen zu sehen“, sagte Grote. „Und es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken.“

Helmut Stahl von der Alexander-Koenig-Gesellschaft war mit der Resonanz des Museumsmeilenfestes sehr zufrieden, und das Gleiche hörte man aus den anderen Einrichtungen. Vor allem am Samstag sei gutes Museumswetter gewesen, sagte Andrea Niehaus vom Deutschen Museum.

Im Kunstmuseum kamen die drei Ausstellungen laut Riccarda Hessling sehr gut an. „Wir merken, dass die Besucher begeistert sind.“ Sie habe deutlich mehr Betrieb als im letzten Jahr registriert, was womöglich am 25-jährigen Jubiläum und an der Gerhard-Richter-Ausstellung liege.

Auch in der Bundeskunsthalle, in dessen Foyer ein langer Basteltisch für Kinder aufgebaut war, herrschte Zufriedenheit.