GA-Serie Bonner Köpfe

Mit Humor durch das Tal der Tränen

Comedyautor Claus Vaske

Comedyautor Claus Vaske

Bonn. Claus Vaske ist Comedy-Autor. Er hat Gags für Harald Schmidt und Stefan Raab geschrieben.

Alter Schwede! Was ist Gustaf nur für ein Kerl. Er ist ein Frauenheld und Draufgänger, trinkt gerne und vor allem viel. Skål! „Er schert sich nicht um Konventionen, kennt keine Tabus, Anstand ist für ihn ein Fremdwort“, stellt Claus Vaske den kauzigen Haudegen vor. Gustaf ist nach eigenen Angaben „Sswede“ und Opfer eines „unssönen Fluchs“. Dafür ist er alt, uralt. Genau genommen hat er mehr als 400 Jahre auf dem Buckel. Dennoch ist er immer noch fit und kreativ genug, um den Baumanns, den neuen Bewohnern des idyllisch gelegenen Hauses zwischen Niederpleiser Burg und der Mühle, das Leben so richtig schwer zu machen.

„Gustaf. Alter Schwede“ lautet der Titel des neuen Buchs des Bonner Autors Claus Vaske, das in den nächsten Tagen auch als Hörbuch (gelesen von Hella von Sinnen) erscheint. „Es ist natürlich wieder ein Comedy-Roman mit Happy End“, berichtet der 51-Jährige. Denn in Sachen Humor und Sketchen kennt er sich bestens aus: Als Gag-Schreiber arbeitete er für Harald Schmidt, Stefan Raab und Oliver Kalkofe. Für Vaske gehört Comedy ganz selbstverständlich in den Alltag. „Selbst im tiefsten Tal der Tränen sollte man nie seinen Humor verlieren“, plädiert der passionierte Radfahrer.

Dabei ist Vaske eher zufällig in die Unterhaltungsbranche geraten. Noch zu Beginn seines Studiums (Geschichte, Publizistik und Politik) in Göttingen wollte er eigentlich Journalist werden. „Nebenher habe ich erfahren, dass an der Uni ein Seminar 'Schreiben für Film und Fernsehen' angeboten wurde“, erzählt er. „Dann habe ich Blut geleckt.“

Ab 1995 gehörte er zum festen Team der Harald-Schmidt-Show und schrieb für den Entertainer den Monologanfang der Sendungen. „Es war sehr angenehm, mit ihm zu arbeiten“, zieht er Bilanz, auch wenn „Dirty Harry“ heute weniger als Satiriker, sondern höchstens noch als Kreuzfahrtdirektor des Traumschiffs zu sehen sei.

Unvergessen ist für Vaske jedoch die Begegnung mit Sir Peter Ustinov. Ihn lernte der Bonner als „Headwriter“ der TV-Spots zur Expo 2000 bei den Dreharbeiten kennen. „Er war eine ganz besondere Persönlichkeit“, erinnert sich Vaske. „Höflich, zurückhaltend und ein wahrer Gentleman“, schwärmt er. Ganz im Gegensatz zu Verona Feldbusch. Sie sei ihm als „sehr kapriziös“ in Erinnerung geblieben. „Aber sie weiß genau, welche Rolle sie zu spielen hat.“

In seinem Büro im vierten Stock eines alten Gebäudes in der Friedrichstraße schreibt er heute nicht nur Bücher und Sketche, sondern ist auch in Werbung und PR aktiv, entwickelt als Ghostwriter Texte und Konzepte, schreibt Moderationsbücher und Reden.

„Hier oben im vierten Stock entsteht alles“, sagt er und schaut von seinem Schreibtisch aus direkt auf das Stadthaus. Einen wesentlich schöneren Ausblick hat er von seiner Wohnung in Brüdergasse. „Direkt auf die Remigiuskirche. Fantastisch“, schwärmt er. Dabei hat er sich gleich bei seinem ersten Besuch in die Stadt und ihre Bewohner verliebt. Denn eigentlich zog es ihn nach dem Studium in die TV-Produktions-Metropole Köln. In Bonn wollte er nur eine kurze Stippvisite einlegen.

Daraus wurden jedoch mehr als 20 Jahre. „Ich erinnere mich noch genau, dass es geschneit hatte, und ich durch die Südstadt ging. Das warme Licht der alten Laternen und die Fassaden der Gründerzeithäuser haben mich sofort fasziniert.“ In der Bismarckstraße hatte er seine erste Wohnung.

Nur die Offenheit und Herzlichkeit der Bonner waren für ihn anfangs gewöhnungsbedürftig. „Ich stand mit einem Stadtplan an der Poppelsdorfer Allee. Sofort hat mich jemand angesprochen und gefragt, ob er helfen kann. So etwas kennt ein gebürtiger Osnabrücker nicht“, lacht er.

Heute fühlt sich Vaske längst selbst als Bonner. Allerdings sei das Leben in der Stadt abends häufig trostlos. „Wir haben am Sonntag verzweifelt versucht, irgendwo in der City einen Wein zu trinken. Wir haben nichts gefunden. Es wäre schön, wenn es auch nach Geschäftsschluss mehr Leben im Zentrum geben würde.“