Fertigstellung wird nochmals teurer

Millionenschwere Geldspritze für das WCCB

BONN. Jetzt ist es amtlich: Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat weitere 17 Millionen Euro für das World Conference Center Bonn (WCCB) für 2016 beschlossen. Das teilte Andreas Kübler, Sprecher des Bundsbauministeriums, am Freitag mit.

Die zweite gute Nachricht für Bonn: Der Zuwendungsbescheid bezüglich der vom Bund bereits in der sogenannten fünften Ergänzungsvereinbarung zugesagten Förderung des WCCB in Höhe von 14 Millionen Euro ist der Stadt laut Kübler am gleichen Tag zugesandt worden.

Bonn soll als Standort attraktiver werden

Die damals in dem Rahmen ebenfalls vereinbarten Landesmittel in Höhe von drei Millionen Euro sind laut Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann bereits ausgezahlt worden. "Im Koalitionsvertrag ist festgelegt worden, den UN-Standort Bonn zu stärken. Ziel ist es, die Bundesrepublik Deutschland und insbesondere die Bundesstadt Bonn als Standort für den Sitz internationaler Einrichtungen und internationaler Kongresse attraktiver zu machen, um die Konkurrenzfähigkeit gegenüber klassischen europäischen UN-Standorten wie Genf und Wien zu steigern", erläuterte Kübler den Hintergrund der millionenschweren Gelspritze.

So sei es in den vergangenen Jahren gelungen, 18 Organisationen und Sekretariate der Vereinten Nationen im Bonner UN-Campus anzusiedeln. Der Bonner SPD-Bundestagsabgeordneter Ulrich Kelber gratulierte gestern Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD) zu diesem Verhandlungserfolg. Die Zuwendungen seien "vertretbar und angemessen", Bonn erfülle mit dem UN-Campus eine nationale Aufgabe, so Kelber. Auch seine beiden Bundestagskolleginnen aus Bonn, Claudia-Lücking Michel (CDU) und Katja Dörner (Grüne), freuen sich über den Beschluss.

Kosten für die Fertigstellung steigern nochmals

Dörner wies darauf hin, dass die Linken einen Antrag gestellt hatten, die Zuweisungen für das WCCB zu streichen. Damit hätten sie den Ausbau des UN-Standorts Bonn gefährdet, sagte sie. Das zusätzliche Geld kann die Stadt Bonn gut gebrauchen. Denn die Kosten für die Fertigstellung des WCCB, das am Sonntag, 7. Juni, mit UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon und Außenminister Frank Walter Steinmeier eröffnet werden soll, steigen weiter. Laut Hoffmann liegen sie aktuell bei 85,4 Millionen Euro.

Die WCCB-Rücklagen betragen nach Auskunft der Stadt nach vorläufigem Stand des Jahresabschlusses 2014 rund 64,8 Millionen Euro. Darin enthalten sind die Einnahmen in Höhe von 17 Millionen Euro aus dem Hotelverkauf. Die Rücklagen sind angelegt. Mit den Erträgen soll die Bauunterhaltung des WCCB finanziert werden. Zudem dienen sie zur Reduzierung des Fehlbetrages aus dem defizitären Kongressbetrieb.