Wohnungsmarkt

Mietpreise für Studenten steigen rasant an

Studenten sitzen in einem Hörsaal.

Wohnraum für Studenten wird seit Jahren teurer.

Bonn. Die Mietpreise für Studentenwohnungen sind in Deutschland laut einer Untersuchung rasant angestiegen. In Bonn ist der Anstieg im Vergleich zwar moderat, die Preise ziehen aber trotzdem an.

Die Mietpreise für Studentenwohnungen sind in Deutschland laut einer Untersuchung rasant angestiegen. Seit 2010 ist der Wohnraum für Studenten demnach um bis zu 42 Prozent teurer geworden. Auch in Bonn muss der akademische Nachwuchs dafür tief in die Tasche greifen. Laut der Studie  des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln haben Studenten in Bonn im 2. Quartal 2016 im Schnitt 469 Euro für eine typische 30 Quadratmeter große Wohnung inklusive aller Nebenkosten bezahlt. 2010 waren es noch 428 Euro.Damit landet Bonn bundesweit auf Platz 6 – noch vor Großstädten wie Berlin und Hamburg. Auf Platz 5 steht Köln mit 470 Euro. Teurer ist es nur in München, Frankfurt, Stuttgart und Heidelberg.

Im Vergleich zu anderen Städten haben sich die Nettokaltmieten in Bonn für Studentenwohnungen mit einem Anstieg von 13 Prozent allerdings nur vergleichsweise moderat erhöht. Pro Quadratmeter haben Studenten Ende 2016 durchschnittlich 9,50 Euro bezahlt (2010: 8,40 Euro). Dagegen sind die Mieten in Berlin um 42 Prozent, in München um 30 Prozent und in Osnabrück um 27 Prozent angestiegen. Bundesweit liegt der Durchschnitt bei 25 Prozent.

Die Preiserhöhungen für studentischen Wohnraum bewegen sich weit über der allgemeinen Teuerungsrate, wie aus der Studie hervorgeht. Teuerste Stadt für Studenten ist demnach München, wo eine durchschnittliche Studentenbleibe im zweiten Halbjahr 2016 bereits über 17 Euro pro Quadratmeter kostete. Hinter München liegen Stuttgart und Frankfurt mit jeweils über 13 Euro Quadratmetermiete, gefolgt von Hamburg, Köln und Heidelberg. Dort lag die Monatsmiete in der zweiten Hälfte 2016 jeweils zwischen zehn und elf Euro pro Quadratmeter.

„Die Ergebnisse der Studie bestätigen, was wir seit Jahren sehen“, sagte der Sprecher des Studierendenwerks Bonn Robert Anders. „Wir sehen einen angespannten Wohnungsmarkt für Studierende mit einhergehendem Mietkostenanstieg.“ Allerdings werte die Studie nur den privaten Wohnungsmarkt aus, ohne die Wohnheime der Studierendenwerke. Der stetige Zuzug von Arbeitnehmern nach Bonn verschärfe die Konkurrenzsituation für Studenten auf dem freien Markt.

Aus Sicht der Studierendenwerke sei es deshalb notwendig, zusätzliche Wohnheimplätze zu schaffen und bestehende zu sanieren.

Für die Studie analysierten die Forscher den studentischen Wohnungsmarkt in 15 Universitätsstädten, Datengrundlage waren Mietangebote auf den Internetportalen Immobilienscout 24 und wg-gesucht.de seit 2010. Das Institut untersuchte Wohnungen, die für Studenten grundsätzlich infrage kommen - Luxusbleiben also ausgeschlossen.

Am billigsten wohnen Studenten demnach in Leipzig und Bochum. Dort lagen die Mieten im Schnitt noch unter 6,50 Euro pro Quadratmeter, obwohl es auch dort kräftige Erhöhungen gab. Den rasantesten Anstieg ermittelten die IW-Experten in Berlin.

„Für Studenten ist die Lage im Wohnungsmarkt besonders schwierig“, stellt das Gutachten ganz allgemein fest. Auftraggeber war die Deutsche Real Estate Funds, einem auf Studentenwohnungen und kleine Apartments spezialisierten Immobilieninvestor. „Insbesondere in Berlin, aber auch in Leipzig oder Köln hat die Preisdynamik noch einmal zugenommen“, heißt es in der Studie.

Hauptursache der rasanten Mietsteigerungen ist nach Einschätzung der Wirtschaftsforscher der fehlende Wohnungsneubau. Zu wenig gebaut werden demnach vor allem Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen. „Über alle Städte hinweg wurden nur rund ein Drittel der benötigten Wohnungen dieser Größe gebaut“, heißt es in dem Gutachten. „Neben Berlin oder München werden auch in Städten wie Kiel, Osnabrück oder Heidelberg nur wenige Wohnungen in diesem Segment gebaut.“

Der Anstieg der Studentenmieten wird sich nach Einschätzung des Instituts in den kommenden Jahren fortsetzen, wenn auch weniger rasant. „Die Bautätigkeit hat angezogen, allerdings wird der Bedarf dennoch nicht gedeckt“, sagte Voigtländer. „Da allerdings die Zuwanderung etwas nachlässt, gehe ich von langsameren Mietsteigerungen aus.“ (dpa/ga)